Das Pharma-, Chemie-und Life-Science-Geschft von 
Merck ist in vier Sparten gegliedert: Merck Serono, ConsumerHealth Care, Merck Millipore und Performance Materials. 
Merck beschftigt ber 40.000 Mitarbeiter und ist weltweit 
in 67 Lndern ttig. 


Merck-Geschftsbericht 2010 

Das Unternehmen merck 


Bei Merck sind Pharma, Chemie und Life-Science unter einem Dach vereint. 
Wir sind davon berzeugt, dass der Markt in diesen Bereichen Forschungserfolge 
und technologischen Fortschritt mit attraktiven Margen belohnen 
wird. Wir konzentrieren uns auf Spezialitten. Der Wettbewerb ber den Preis 
allein und das Massengeschft sind nicht unsere Welt. 

Der Weg von merck 

Mit einer Apotheke fngt 1668 alles an. Die Engel-Apotheke, die sich bis heute im Familien-
besitz befindet, ist die Keimzelle von Merck. Wie seine Berufsgenossen bereitet der Apotheker 
Friedrich Jacob Merck alle Arzneien selbst zu. Die pharmazeutische Kunst wird damals noch 
eher handwerklich betrieben. 
1816  einige Apothekergenerationen spter  bernimmt Emanuel Merck die vterliche Apotheke 
und leitet 1827 den bergang vom Handwerk zur industriellen Produktion ein. Im Labor 
gelingt ihm die Extraktion von Alkaloiden, hochwirksamen Pflanzeninhaltsstoffen, denen wegen 
ihrer medizinischen Wirkung die Aufmerksamkeit der Wissenschaft gilt. 1860 verkauft die Firma 
bereits ber 800 organische und anorganische Substanzen, darunter viele, die noch heute im 
Labor verwendet werden. 
Die Wurzeln der Flssigkristalle  eine der herausragenden Erfolgsgeschichten von Merck  
reichen zurck bis in das Jahr 1904. Jahrzehntelang bleiben sie eine Laborkuriositt und ihr 
Verkauf ein Teil des Laborgeschfts. 
Die 2007 von Merck bernommene Serono beginnt ebenfalls mit der Extraktion von Wirkstoffen. 
1906 grndet Cesare Serono in Rom dazu das Istituto Farmacologico Serono und entwickelt 
eine neue Technik zur Herstellung von Lecithin aus Eidotter. 1949 gelingt es erstmals, reines 
Gonadotropin aus Urin zu isolieren. Gonadotropin spielt bei der Fortpflanzung eine wichtige 
Rolle. Mit dessen rekombinanter Produktion verwandelt sich Serono in ein Biotech-Unternehmen. 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 

ZUm globalen brsennotierten Unternehmen 

Erste Geschftsbeziehungen ins europische Ausland knpft Merck bereits um 1820. Seit 1900 
unterhlt das Unternehmen Geschftsbeziehungen auf allen Kontinenten. 
In den USA grndet Georg (spter George) Merck, ein Enkel von Emanuel Merck, 1891 die 
Handelsgesellschaft Merck & Co. Infolge des Ersten Weltkriegs verliert die Darmstdter Firma 
im Rahmen des Trading with the Enemy Act von 1917 alle Anteile. George Merck kann seinen 
Anteil zurckerwerben. Er wird Prsident der public company Merck & Co. Heute sind beide 
Unternehmen nicht mehr miteinander verbunden. Die amerikanische Firma Merck & Co. besitzt 
die Namensrechte in Nordamerika. In der brigen Welt hat das Darmstdter Unternehmen das 
alleinige Recht zur Fhrung des Namens Merck, in den USA und Kanada firmiert es unter EMD, 
den Initialen von Emanuel Merck, Darmstadt. 
Kufe und Verkufe von Geschften spielen eine wichtige Rolle bei Merck. Ein entscheidendes 
Engagement ist seit 1972 die 50 %ige Beteiligung an der italienischen Bracco-Gruppe, die neben 
Kontrastmitteln und eigenen pharmazeutischen Produkten auch die gesamte Produktpalette 
von Merck in Italien vertreibt und einen bedeutenden Beitrag zur Ertragskraft von Merck leistet. 
Im Jahr 1991 bernimmt Merck die Socit Lyonnaise Industrielle Pharmaceutique (Lipha). 

Merck ist Marktfhrer bei den 
Flssigkristallen. Bereits im 
Auto-Armaturenbrett von 1983 
kommen sie zum Einsatz. 


Merck-Geschftsbericht 2010 

Mitte der 1990er-Jahre wird das Selbstmedikationsgeschft um die englische Seven Seas 
und die franzsische Monot erweitert. Zur gleichen Zeit erreicht Merck mit dem Erwerb der 
englischen Amerpharm eine kritische Masse im Generikageschft. Die bernahme einer ganzen 
Reihe von Labordistributoren wird 1999 mit dem Kauf des amerikanischen Labordistributions-
Unternehmens VWR Scientific Products abgeschlossen. 
Um diese Akquisitionen finanziell absichern zu knnen, geht Merck 1995 an den Kapitalmarkt. 
Die Merck KGaA gibt 26 % ihrer Anteile an Kommanditaktionre aus. Die Familie Merck hlt 
danach ber den Komplementr E. Merck die restlichen 74 %. Nach einer Kapitalerhhung im 
Jahr 2007 verschieben sich die Anteile leicht auf das heutige Verhltnis von 30 zu 70. 
Die erste Hlfte des zu Ende gegangenen Jahrzehnts ist von Verkufen und Ausstiegen geprgt. 
2000 trennt sich Merck von der Bracco-Beteiligung und der Vitaminchemie, 2004 von der Labordistribution 
und den Elektronikchemikalien. 2006 ist Merck schuldenfrei. 
2007 wird der Hebel auf Wachstum umgelegt. Merck bernimmt das Schweizer Biopharmazieunternehmen 
Serono. Mit einem Kaufpreis von 10,3 Mrd EUR ist dies die mit Abstand grte 
Akquisition, die Merck jemals gettigt hat. Da im gleichen Jahr das Generikageschft fr 4,9 Mrd EUR 
verkauft wird, kann die Verschuldung bis Jahresende unter 1 Mrd EUR gesenkt werden. Nur drei 
Jahre spter schultert Merck die nchste Groakquisition: Fr 5,1 Mrd EUR wird Millipore bernommen. 
Die dafr aufgelegte Anleihe in Hhe von 3,2 Mrd EUR ist die grte Euro-Anleihe 
eines deutschen Unternehmens im Jahr 2010. Ebenfalls 2010 beschliet Merck, sich von zwei 
Randgeschften, dem auf Frauengesundheit spezialisierten Unternehmen Thramex sowie dem 
auf Pflanzenwachstum ausgerichteten Agrargeschft von Crop Bioscience zu trennen. 

Merck entwickelt zielgerichtete 
Krebstherapien, z. B. das Molekl 
Cilengitide (grn), hier an seinem 
molekularen Ziel gebunden. 


Merck-Geschftsbericht 2010 

Verantwortung gehrt zuden Grundprinzipien derUnternehmensfhrung 

corporate responsibility 

Wir bernehmen Verantwortung fr unsere Mitarbeiter, unsere Produkte 
und fr die Umwelt. Und wir bernehmen Verantwortung in der Gesellschaft. 
Denn nicht nur Eigentum, sondern auch unternehmerischer Erfolg 
verpflichtet. 

Die Verankerung und das Management von verantwortlichem Handeln im Unternehmen 
gehren bei Merck zu den Grundprinzipien der Unternehmensfhrung. Die Geschftsleitung 
als oberstes Fhrungsgremium befasst sich mindestens zweimal jhrlich mit bergreifenden 
Themen der Corporate Responsibility. Zu diesen Themen gehren im Berichtszeitraum beispielsweise 
die Treibhausgas-Emissionen, der Zugang zu Arzneimitteln, die berwachung der 
Lieferkette sowie die besondere Verantwortung, die Merck als forschendes Unternehmen hat. 
Letzteres fhrte unter anderem zur Verabschiedung von Richtlinien zur Stammzellforschung 
und zum Umgang mit der Nanotechnologie. Im November 2010 hat Merck das Leitbild Verantwortliches 
Handeln in der Wirtschaft unterzeichnet, eine Initiative von Unternehmen der 
deutschen Wirtschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, berprfbare Standards beispielsweise 
zu fairem Wettbewerb, Sozialpartnerschaft, Leistungsprinzip und Nachhaltigkeit fest in den 
beteiligten Unternehmen zu verankern. 
Merck ist im FTSE4Good-Index vertreten, einem fhrenden internationalen Aktien-Index fr 
nachhaltiges Investieren. Kriterien fr die Aufnahme in diesen Index beinhalten beispielsweise 
den Schutz der Umwelt sowie die Einhaltung und Untersttzung der Menschenrechte. 
Im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse hat Merck die fr das Unternehmen wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen 
identifiziert und priorisiert. Die Ergebnisse der Analyse haben Einflu auf die 
Auswahl der CR-Aktivitten und der Schwerpunktthemen, die sowohl auf den folgenden Seiten 
als auch im alle zwei Jahre erscheinenden, umfangreichen Corporate-Responsibility-Bericht 
und auf der Webseite von Merck beschrieben werden. In die Analyse wurden die Perspektiven 
verschiedener Interessengruppen einbezogen, zu denen beispielsweise Mitarbeiter, Geschftspartner, 
Nachbarn von Standorten oder Investoren gehren. 

mitarbeiter 

Zum 31. Dezember 2010 hatte unser Unternehmen 40.562 Mitarbeiter und damit 7.500 Beschftigte 
mehr als im Jahr zuvor. Merck war in 67 Lndern mit insgesamt 236 Gesellschaften vertreten; 
70 Produktionsstandorte verteilen sich auf 26 Lnder. 
Die Vernderung der Mitarbeiterzahl ist im Wesentlichen durch die Akquisition des LifeScience-
Unternehmens Millipore bedingt, die Merck im Juli 2010 vollzogen hat. In folgenden 
Lndern gab es Zuwchse der Belegschaft im drei-und vierstelligen Bereich, die im Zusammenhang 
mit dieser Akquisition stehen: In den USA kamen 2.712 Mitarbeiter von Millipore 
zu Merck, in Frankreich 1.323, in Irland 484, in Indien 272, in Japan 204, in China 188, in den 
Niederlanden 153 und in Brasilien 105. 
In Deutschland erhhte sich die Zahl der Beschftigten um 436 auf insgesamt 10.340  der 
Zuwachs verteilt sich auf die Forschung & Entwicklung der Sparte Merck Serono, die Chemie



Langfristige Bindung vonTalenten an das Unternehmen 

Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 

Corporate Responsibility 

produktion, den Aufbau einer globalen Einkaufsorganisation sowie die bernahme der Millipore-
Mitarbeiter in Deutschland. Bei Merck Serono in China erhhte sich die Zahl der Beschftigten 
um 333 auf insgesamt 1.230, da die Sparte dort ein neues Forschungszentrum erffnet und 
ihre Vertriebs-und Marketingaktivitten verstrkt hat. 
Im Werk Darmstadt, dem grten Standort der Merck-Gruppe, befanden sich 512 junge Menschen 
in der Ausbildung in insgesamt 19 verschiedenen Berufsfeldern. 

Anzahl der Mitarbeiter zum 31. Dezember 2010 

1 Europa 21 .6 79 53 % 
2 Nordamerika 4 .9 09 12 % 
3 Lateinamerika 4 .5 46 11 % 
4 Asien, Afrika, Australien 9 .4 28 23 % 
2341
Integration der Millipore-Mitarbeiter 

Im Vordergrund der bernahme von Millipore durch Merck steht die Mglichkeit, sich im attraktiven 
Markt der Life-Science-Industrie strker zu positionieren und gleichzeitig die geografische 
Ausrichtung zu erweitern. Deshalb sind das Know-how und die Expertise der Millipore-Mitarbeiter 
sowie deren Engagement entscheidend fr den Erfolg dieses Geschfts. Von Beginn des Integrationsprozesses 
an wurde bei der Besetzung der Positionen darauf geachtet, dass die Management-
Teams der neu gebildeten Sparte Merck Millipore das Know-how beider Unternehmen optimal 
nutzen knnen. Wichtige Elemente des Integrationsprozesses waren darber hinaus auch eine 
regelmige und offene Kommunikation, Aktivitten im Rahmen des Change Managements unter 
Bercksichtigung der spezifischen Unternehmenskulturen sowie die Ausarbeitung von Konzepten, 
um die Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. 

kernthemen Unserer internationalen personalarbeit 

Merck als integriertes und globales Unternehmen hat weltweit einheitliche Human Resources-
Programme implementiert, beispielsweise den Performance Management Process, die Global 
Rewards Policy sowie den Talent & Succession Management Process. Ziele sind dabei die Entwicklung 
einer auf der gemeinsamen strategischen Ausrichtung des Unternehmens basierenden 
Leistungskultur, eine leistungs-und marktgerechte Vergtung, die Besetzung von Positionen mit 
den richtigen Mitarbeitern und die langfristige Bindung von Talenten an das Unternehmen. 
Seit Herbst 2010 positioniert sich Merck auf dem globalen Arbeitsmarkt mit dem Leitspruch 
Make great things happen. Damit wird potenziellen Bewerbern vermittelt, was Merck ausmacht: 
ein inspirierendes und motivierendes Arbeitsumfeld, in dem Innovationen gedeihen und jeder die 
Chance hat, seine Ideen und sein Engagement zum Nutzen der Kunden und des Unternehmens 
einzubringen und sich dabei selbst weiterzuentwickeln. 


Merck-Geschftsbericht 2010 

Individuelle Entwicklungsplnehaben hohe Prioritt 

Performance Management 

Performance Management ist von entscheidender Bedeutung dafr, den Unternehmenserfolg zu 
frdern und die Potenziale der Mitarbeiter zu erkennen und zu entwickeln. Wichtige Elemente 
dieses Prozesses sind klare Zielsetzungen, ein differenziertes Feedback im Leistungsmanagement, 
eine transparente Leistungseinschtzung und die Ausarbeitung von individuellen Entwicklungsplnen. 
Merck hat 2009 mit der schrittweisen Einfhrung des weltweit einheitlichen 
Performance-Management-Prozesses begonnen, an dem derzeit rund 7.100 Mitarbeiter teilnehmen. 
In den Prozess werden weitere Mitarbeitergruppen, insbesondere auch die durch Millipore 
neu hinzugekommenen Beschftigten, schrittweise einbezogen. Ende 2011 sollen insgesamt 
rund 21.000 Mitarbeiter am Performance-Management-Prozess teilnehmen. 

Global Rewards Policy 

Die Richtlinien zur Vergtungsstruktur beschreiben die Prinzipien, nach denen Mitarbeiter 
abhngig von ihrer Leistung, ihren Fhigkeiten und den Gegebenheiten im jeweiligen Arbeitsmarkt 
vergtet werden. Die Global Rewards Policy gilt fr alle Merck-Gesellschaften weltweit 
und gewhrleistet eine systematische Gestaltung der Vergtung. 

Karrierechancen 

Merck mchte seinen Talenten die Chance auf eine interessante Karriere sowie zur steten 
persnlichen und beruflichen Weiterentwicklung im Unternehmen bieten. Mit dem Talent & 
Succession Management Process und dem Expert Talent Process verfgt das Unternehmen 
ber zwei systematische Prozesse, mit denen solche Mitarbeiter identifiziert und gezielt 
gefrdert werden, die Potenzial fr Fhrungspositionen oder eine Expertenlaufbahn haben. 
Mit diesen Programmen ist Merck in der Lage, Fhrungspositionen richtig zu besetzen und 
gleichzeitig Talente im Unternehmen zu halten. Im Jahr 2010 wurden 76 % der Befrderungen 
in Fhrungspositionen mit internen Kandidaten vollzogen. 

Umfrage zum Mitarbeiterengagement 

Motivierte und engagierte Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital. Merck mchte seinen 
Beschftigten einen angemessenen Rahmen bieten, innerhalb dessen sie ihren individuellen Beitrag 
zum Erfolg des Unternehmens am besten leisten knnen. Um die richtigen Voraussetzungen 
dafr schaffen zu knnen, fhrt Merck regelmig eine konzernweite Mitarbeiterbefragung 
durch, bei der die Beschftigten ihre Einschtzung zu Merck als Arbeitgeber, zu ihrer Motivation 
und Identifikation mit dem Unternehmen sowie ihre Bedrfnisse uern knnen. Die Resultate 
flieen in Manahmen ein, mit denen Merck die Rahmenbedingungen kontinuierlich verbessern 
will. An der letzten Umfrage, die Anfang 2010 in 28 Sprachen durchgefhrt wurde, nahmen 
84 % der Beschftigten teil. Die Gesamtergebnisse belegen, dass sich die Mehrheit der Beschftigten 
stark mit Merck identifiziert und sich engagiert fr seinen Erfolg einsetzt. In allen elf 
abgefragten Themenfeldern gab es im Vergleich zum Vorjahr Verbesserungen, und in sieben 
Themenfeldern hat Merck besser abgeschnitten als die Global High Performing Companies  
eine branchenbergreifende Gruppe von Unternehmen, die sowohl aufgrund ihrer herausragenden 
Finanzergebnisse als auch aufgrund des hohen Engagements ihrer Beschftigten als 
besonders leistungsstark gelten. 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 

Corporate Responsibility 

Arbeitssicherheit weiter erhht 

Bei der Unfallprvention und Arbeitssicherheit konnten wir bei dem wichtigsten Indikator, der 
Lost Time Injury Rate (LTIR), groe Fortschritte bei der Senkung der Unfallrate erzielen. Diese 
international magebliche Kennzahl beschreibt die Anzahl der Arbeitsunflle mit Arbeitszeitausfall 
bezogen auf eine Million Arbeitsstunden. Merck hat sich zum Ziel gesetzt, die Lost 
Time Injury Rate (LTIR) bis zum Jahr 2015 auf 2,5 zu senken. Um dies zu erreichen, haben wir 
unter anderem das Programm Safety Behavior Change ins Leben gerufen, um das Sicherheitsbewusstsein 
jedes einzelnen Mitarbeiters zu schrfen. Wir fhren verstrkt Schulungen fr 
EHS-Verantwortliche (Environment, Health, Safety) durch, frdern die Eigenverantwortlichkeit 
unserer Mitarbeiter und untersttzen die vielseitigen lokalen Programme zur Arbeitssicherheit. 
Trotz unserer Anstrengungen, Unflle zu verhindern, ereignete sich im Jahr 2010 ein Unfall mit 
Todesfolge  eine Auendienstmitarbeiterin starb in Kolumbien bei einem Autounfall an ihren 
Verletzungen. 

Unflle 

2006 
2007 
2008 
2009 
2010 


LTIR 6 ,9 4,7 3, 9 3 ,4 3,0 
Anzahl Todesflle 0 3 1 0 1 
nicht portfoliobereinigt; 2010 inkl. merck millipore 

vielfalt in Der belegschaft 

Als international ttiges Unternehmen strebt Merck ein ausgewogenes Verhltnis zwischen 
den verschiedenen Kulturen und Nationalitten, den unterschiedlichen Altersgruppen sowie 
zwischen Frauen und Mnnern an. In der berzeugung, dass die Vielfalt der Belegschaft zu 
besseren Teamleistungen fhrt und damit zum unternehmerischen Erfolg beitrgt, haben wir 
Manahmen implementiert, um diese Vielfalt nachhaltig zu verankern. Wir sind uns jedoch 
bewusst, dass wir die Manahmen weiterentwickeln mssen. 

Geschlechterverhltnis 

Der Frauenanteil in der Belegschaft liegt derzeit bei 43 %. Die Verteilung zwischen Mitarbeiterinnen 
und Mitarbeitern ist in den einzelnen Geschftsbereichen, Funktionen und Regionen 
unterschiedlich ausgeprgt. Im Pharmabereich sind 47 % aller Beschftigten weiblich, im 
Chemiebereich 33 % und in den Gruppenfunktionen 21 %. In Nordamerika sind 47 % aller 
Beschftigten weiblich, in Europa 46 %, in Lateinamerika 43 % und in Asien 33 %. Der Frauenanteil 
in Forschung und Entwicklung ist mit 55 % am hchsten, gefolgt von 50 % in der 
Verwaltung. Am niedrigsten ist er mit 32 % in der Produktion und mit 28 % in den Infrastrukturbereichen. 
Merck hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der Frauen berall dort zu erhhen, 
wo diese unterreprsentiert sind. 


Merck-Geschftsbericht 2010 

Hohe Internationalitt bei Merck 

Konzepte fr dendemografischen Wandel 

Internationalitt 


74 % aller Mitarbeiter stammen aus Lndern auerhalb Deutschlands. Im Jahr 2008  zu diesem 
Zeitpunkt haben wir diese Zahlen erstmals erhoben  waren es noch 70 %. Der Zuwachs liegt 
vor allem in der Ausweitung der Geschfte in den USA, in Indien und in China begrndet. Dabei 
gehrt es zu unseren Grundprinzipien, Mitarbeiter aus den entsprechenden Lndern einzustellen 
und zu entwickeln. Die Entscheidung des Unternehmens, den Sitz der Sparte Merck Serono in 
Genf (Schweiz) und denjenigen der Sparte Merck Millipore in Billerica (USA) anzusiedeln, trgt 
ebenfalls zur Internationalitt der Belegschaft bei, die wir weiter verstrken wollen. 

Altersstruktur 


Der demografische Wandel und die damit verbundene Alterung der Bevlkerung ist nicht in 
allen Lndern, in denen wir ttig sind, gleichermaen sprbar. Wir mssen uns aber besonders in 
Deutschland, einigen anderen EU-Lndern sowie in den USA darauf einstellen. In diesen Lndern 
betrgt das durchschnittliche Alter unserer Mitarbeiter bereits mehr als 40 Jahre  und wir 
gehen davon aus, dass der Wert weiter ansteigt. In Europa begegnen wir diesen demografischen 
Herausforderungen mit verschiedenen Programmen. Dazu gehren auch die Anpassung der 
Arbeitspltze an die Bedrfnisse von lteren sowie der Aufbau eines Gesundheitsmanagements 
zur Erhaltung der Leistungsfhigkeit. 

Fhrungspositionen 


Eine ausbalancierte Vielfalt unter den leitenden Mitarbeitern verbessert nicht nur die beruflichen 
Aufstiegsmglichkeiten fr talentierte Mitarbeiter, sondern ist auch die Grundlage dafr, 
dass ein breites Erfahrungsspektrum genutzt und unternehmerische Entscheidungen mglichst 
differenziert getroffen werden. 
Der Anteil der Frauen in Fhrungspositionen  im bei Merck vor zwei Jahren eingefhrten 
Global-Grading-System sind dies Positionen mit einem Grade 14 und hher  betrgt ber das 
gesamte Unternehmen berechnet derzeit 22 % (ohne die Mitarbeiter, die durch die Akquisition 
von Millipore zu Merck kamen  fr diese ist das Global-Grading-System noch nicht implementiert). 
In den Tochtergesellschaften ist er hher als in der Zentrale in Darmstadt, ebenso ist er im 
Pharmabereich hher als im Chemiebereich. Bestimmte Gruppenfunktionen wie beispielsweise IT 
haben in den Fhrungspositionen eine niedrigere Frauenquote. Das Unternehmen hat sich zum 
Ziel gesetzt, den Frauenanteil in Fhrungspositionen weiter zu erhhen. Neben bereits vorhandenen 
lokalen Manahmen wie beispielsweise dem Cross-Company-Mentoring-Programm und 
der Schaffung von Mglichkeiten zur besseren Vereinbarkeit von Karriere und Familie wollen wir 
im Laufe des nchsten Jahres weitere Konzepte entwickeln. Wir haben uns als Ziel gesetzt, den 
Anteil der weiblichen Fhrungskrfte bis zum Jahr 2016 auf 25 -30 % zu steigern. Diese Zielgre 
wird mglicherweise durch lokale oder bereichsspezifische Werte ergnzt. Zugleich wurde 
die Funktion des Chief Diversity Officers geschaffen, um die Umsetzung zu untersttzen. 
57 % der Managementpositionen wird von Fhrungskrften bekleidet, die eine andere als die 
deutsche Nationalitt haben  insgesamt sind in diesen Positionen 55 verschiedene Nationalitten 
vertreten. Die Internationalitt der Fhrungsebenen entspricht der globalen Ausrichtung 
unserer Geschftsttigkeit. 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 

Corporate Responsibility 

REACH - Vorgaben alsChance verstehen 

Neben der Erfllung von Rechtspflichten 
bernimmt Merck eineVorreiterrolle in regulatorischenFragestellungen 

verantWortUng fr proDUkte UnD UmWelt 

Wesentlichkeitsanalyse zeigt Nachhaltigkeitsthemen auf 

Im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse haben wir fr unser Chemie-und Pharmageschft 
wichtige Nachhaltigkeitsthemen identifiziert. In beiden Unternehmensbereichen ist die 
Verantwortung fr die Produkte der Kern unserer Unternehmensverantwortung. Zu den 
bereichsbergreifenden Themen gehren beispielsweise Nachhaltigkeit in der Lieferkette und 
Nutzung der Nanotechnologie. Spezifische Themen sind beispielsweise bei Pharma Transparenz 
bei der Forschung, Bio-Ethik, Tierversuche und Zugang zu Arzneimitteln. Unser Ziel ist es, 
neben der Entwicklung effizienter und sicherer Arzneimittel auch den Zugang zu Arzneimitteln 
fr Menschen, die sie bentigen, zu sichern  zum Beispiel durch eine Reihe von Initiativen 
und Spendenprogrammen in Entwicklungs-und Schwellenlndern sowie Forschungsprojekten. 
In der Chemie zhlen Produktsicherheit, der Umgang mit Risiken, die von Produkten ausgehen 
knnen, sowie Ressourceneffizienz zu den wichtigsten Themen. 

REACH und GHS: Herausforderungen zu Chancen machen 

Wir sehen es als eine zentrale Verpflichtung an, dass von unseren Produkten bei sachgerechter 
Nutzung keine Gefahr ausgeht. Bereits bei der Entwicklung von neuen Produkten legen wir 
Wert auf Nachhaltigkeitsaspekte fr deren gesamten Lebenszyklus. Die umfangreiche Dokumentation 
der Produkteigenschaften und die Erfllung aller rechtlichen Vorgaben nimmt fr 
uns einen hohen Stellenwert ein. 
Bei der schrittweisen Umsetzung der EU-Verordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation 
and Restriction of Chemicals), die mit hohen regulatorischen Herausforderungen verbunden 
ist, haben wir erneut groe Fortschritte gemacht. Unser Motto lautet hier Turning Challenges 
into Opportunities (Herausforderungen zu Chancen machen), indem wir durch unsere Fachexpertise 
auch fr unsere Kunden einen Mehrwert bieten. 
REACH ist grob in drei Phasen unterteilt: Je nach der produzierten Menge eines Stoffs ist eine 
Registrierung bis 2010, 2013 oder 2018 erforderlich. Merck hat bis zum Ende der ersten Frist 
am 1. Dezember 2010 insgesamt rund 100 Stoffe registriert  neben den Pflichtstoffen auch 
bereits Stoffe spterer Phasen. 

Anforderungen effizient ins operative Geschft umgesetzt 

Aus dem weltweit harmonisierten System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien 
(GHS) entstand die europische CLP-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging of 
Substances and Mixtures). Diese haben wir sehr schnell umgesetzt: Im Februar 2009 haben wir die 
erste CLP-etikettierte Ware an Kunden ausgeliefert. Im September 2010 konnten fr alle Stoffe 
und einige Gemische alle CLP-Informationen fr den neuen Chemikalienkatalog bereitgestellt 
werden. Neben der Neueinstufung und -kennzeichnung von Chemikalien hat die EU kurzfristig 
auch Format und Inhalte der dazugehrigen Sicherheitsdatenbltter neu definiert. Fristgerecht 
zum 1. Dezember 2010 haben wir alle Stoffe mit den geforderten neuen Sicherheitsdatenblttern 
in den Amtssprachen der EU versorgt. 
Zustzlich zur Erfllung unserer Rechtspflichten haben wir umfangreiche Informationsmaterialien 
(Broschren, Poster, online-Kurse) im Internet bereit gestellt und Kunden in Seminaren 
geschult. Dies strkt die Vorreiterrolle von Merck in regulatorischen Fragestellungen und doku


mentiert unsere kundenzentrierte Sichtweise. 


Merck-Geschftsbericht 2010 

Alle Merck-Produkte kommen von 
zertifzierten Standorten 

Design for Sustainability 

In der Sparte Merck Millipore ist der Grundsatz des Design for Sustainability (fr Nachhaltigkeit 
entwickelt) ein Beispiel fr nachhaltige Produktentwicklung. Das fngt bei der Produktion 
und Verpackung an, geht ber die Ressourcenschonung im tglichen Gebrauch der Produkte 
beim Kunden (zum Beispiel bei Laborgerten) bis hin zu deren Entsorgung beziehungsweise 
Recyclingmglichkeiten. Ein Beispiel dafr sind die Filtereinheiten und Bioreaktoren der Mobius - 
Produktreihe fr die biopharmazeutische Produktion. 

Strategische Allianz mit der GIZ in Sdostasien 

Fr Merck endet die Produktverantwortung nicht mit dem Verkauf. Die Rcknahme und umweltgerechte 
Entsorgung von Chemikalien-und Verpackungsabfllen gehrt zur unternehmerischen 
Verantwortung. Gemeinsam mit der Gesellschaft fr Internationale Zusammenarbeit (GIZ) setzt 
sich Merck zum Beispiel fr ein verbessertes Chemikalienmanagement in Thailand, Indonesien und 
auf den Philippinen ein und will dort Umweltbewusstsein und den Umgang mit Chemikalien verbessern. 
Basis des Projekts ist das Retrologistik -Konzept, die geregelte Rcknahme und sichere 
Entsorgung von Verpackungsabfllen wie etwa entleerten Chemikalienflaschen. 

Nanotechnologie: Unternehmensweite Richtlinien 

Wie die Chancen, so verdienen auch die Risiken der Nanotechnologie unsere Aufmerksamkeit. 
Wir folgen dem Prinzip der Vorsorge und nehmen Fragen zur Sicherheit von Nanomaterialien 
ernst. Bei der Herstellung und Verarbeitung der Produkte achten wir streng auf die Einhaltung 
aller gesetzlichen und darber hinaus geltenden Standards. Dazu gehren etwa die Leitfden 
der Bundesanstalt fr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sowie des Verbandes der Chemischen 
Industrie in Deutschland. Wir haben unsere gruppenweit gltigen Richtlinien zum Umgang mit 
Nanomaterialien um die fr unser Pharmageschft relevanten Aspekte ergnzt. 

ISO 14001: Gruppenzertifikat besttigt 

Im Jahr 2009 hat Merck das Umweltmanagementsystem aller Produktionsstandorte nach dem 
internationalen Standard ISO 14001 zertifizieren lassen. Dieses weltweit gltige Gruppenzertifikat 
wurde 2010 durch das jhrliche Erhaltungs-Audit besttigt. Damit stammen alle von Merck 
hergestellten Produkte von zertifizierten Standorten. 

Ausgaben fr Umweltschutz 

Unsere Aufwendungen fr Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit beliefen sich im Jahr 2010 
auf insgesamt 140 Mio EUR. Darin enthalten sind Abschreibungen auf Investitionen und laufende 
Kosten. 

Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 20 % senken 

Unser Ziel bleibt, unsere gesamten  direkten und indirekten  Treibhausgas-Emissionen bis 
zum Jahr 2020 um 20 % zu senken, gemessen am Stand von 2006. Unter direkten Emissionen 
versteht man Emissionen, die das Unternehmen selbst durch die Verbrennung von fossilen 
Energietrgern zur Dampf-oder Stromerzeugung oder im Rahmen der Produktionsprozesse 
freisetzt. Indirekte Emissionen sind Emissionen, die zugekaufte Energien  etwa Strom, Dampf 
oder Fernwrme  bei ihrer Herstellung freigesetzt haben. 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 
Corporate Responsibility 

Energie 

2006 
2007 
2008 
2009 
2010 


Energieverbrauch (in GWh) 14 89 1 49 2 148 0 13 52 

Eingekaufte 
Energie 


Gas (in Mio. m) 77 ,9 7 5,8 79, 0 72 ,7 
Leichtes Heizl (in kt) 7 ,8 9,5 8, 8 6,7 
Schweres Heizl (in kt) 0,7 0 ,9 0,6 0, 2 
Elektrizitt (in GWh) 53 3 5 36 513 47 2 

1 474 
7 8,2 
8 ,6 
0 ,3 
5 11 
portfoliobereinigt in bereinstimmung mit dem greenhouse gas protocol; 2006  2010 inklusive merck millipore 

Weltweite Energiespar-Auditsgestartet 

CO2eq-Emissionen (eq=quivalente) 

Emissionen 
in 
kt 
2006 
2007 
2008 
2009 
2010 


Direkte CO2eq-Emissionen 3 21 374 30 7 3 04 
Indirekte CO2eq-Emissionen 2 32 237 22 1 2 01 
Gesamte CO2eq-Emissionen 5 53 61 1 52 8 5 05 

352 
222 
574 
portfoliobereinigt in bereinstimmung mit dem greenhouse gas protocol; 2006 -2010 inklusive merck millipore 

Neues Klimaschutzprogramm 

Unter dem Namen EDISON hat Merck 2009 ein neues Klimaschutzprogramm gestartet. Es bndelt 
systematisch alle Aktivitten der Merck-Gruppe in Richtung Klimaschutz und Energieeffizienz. 
Ziel ist, den Energieverbrauch und damit die Kosten zu senken, die Ressourcen zu schonen und 
die Umwelt zu schtzen. Dabei wird der Schwerpunkt auf die grten Treibhausgas-Emittenten 
gelegt: In den vergangenen Jahren haben 15 Standorte ungefhr 80 % der Gesamtemissionen der 
Merck-Gruppe verursacht. Zu den grten dieser Emittenten gehren die Standorte Darmstadt 
und Gernsheim. Speziell geschulte Fachleute fr Energie-, Bau-, Klima-oder Elektrotechnik 
sind dabei, systematisch die grten Verbraucher zu analysieren und konkrete Manahmen zur 
Energieeinsparung zu empfehlen. 
Bei diesem Projekt geht es jedoch nicht nur um die deutschen Standorte: Weltweit werden 
der Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen unter die Lupe genommen. So fanden 
bereits Energiespar-Audits in den Werken Onahama und Atsugi (Japan) statt. Im Werk Norwood 
in den USA wurden komplett neue Heizkessel und Prozess-Khlanlagen installiert, die es dem 
Standort ermglichen, sich mit einer wesentlich verbesserten Klimabilanz in die Gesamtziele 
der Merck-Gruppe einzufgen. Der Merck-Serono-Standort Bari, der wie die bereits genannten 
Standorte zu den 15 grten Emittenten der Merck-Gruppe zhlt, erhielt die Zertifizierung 
nach der Energiemanagement-Norm EN 16001. 

Sonnenenergie nutzen 

An mehreren Standorten innerhalb der Merck-Gruppe wird bereits Photovoltaik zur Energieerzeugung 
genutzt. Hier hat unsere Sparte Merck Millipore eine Vorreiterrolle mit den Standorten 
Billerica, Bedford (USA) und Molsheim (Frankreich), wo Solarenergie einen Teil des Energiebedarfs 
deckt. 


Unternehmen 
Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 
Merck Serono 

merck serono 

Merck Serono ist die grte Sparte von Merck. Sie vertreibt innovative, 
verschreibungspflichtige Medikamente chemischen und biotechnologischen 
Ursprungs. Ihre fhrenden Marken bietet die Sparte in rund 150 Lndern an. 
Merck Serono engagiert sich in Therapiegebieten mit hohem Spezialisierungsgrad 
wie neurodegenerative Erkrankungen, Onkologie, Fruchtbarkeit, 
Endokrinologie sowie Rheumatologie. 

Wichtigste proDUkte Der therapiegebiete 

 Onkologie: Erbitux  (solide Tumore) 
 Neurodegenerative Erkrankungen: Rebif , Movectro  (Multiple Sklerose) 
 Fruchtbarkeit: Gonal-f , Pergoveris, Luveris , Ovitrelle , Crinone , Cetrotide  (unerfllter 
Kinderwunsch) 
 Endokrinologie: Saizen  (Wachstumshormonstrungen), Serostim  (HIV-bedingter Gewichtsverlust), 
Kuvan  (Stoffwechselstrung Hyperphenylalaninmie), Egrifta (HIV-bedingte Fettverteilungsstrung) 
 CardioMetabolic Care: Concor -Familie (Herz-Kreislauf-Erkrankungen), Glucophage -Familie 
(Typ-2-Diabetes), Euthyrox  (Schilddrsenerkrankungen) 
ereignisse 2010 

 Umsatzerlse von Erbitux  steigen um 18 % auf 820 Mio EUR, Rebif  legt um 8,6 % auf 
1.668 Mio EUR zu 
 Zulassung von Cladribin-Tabletten in Russland und Australien als weltweit erstes krankheitsmodifizierendes 
Medikament zur oralen Behandlung der Multiplen Sklerose (Handelsname 
Movectro ) 
 Keine Empfehlung fr Cladribin-Tabletten durch das wissenschaftliche Komitee der europischen 
Arzneimittelbehrde EMA im Januar 2011. In den USA hat die FDA den Antrag zur 
Prfung angenommen, eine Entscheidung der Behrde erwarten wir bis Ende Februar 2011 
 Die japanische Arzneimittelbehrde hat den Einsatz von Erbitux  in Kombination mit Chemotherapie 
zur Erstlinienbehandlung von metastasiertem Darmkrebs (KRAS-Wildtyp-Tumore) 
erweitert 
 Nach einem vermuteten, unerwarteten, schweren Nebenwirkungsfall hatten wir im Mrz 
alle Studien mit der Krebs-Immuntherapie Stimuvax  zeitweise ausgesetzt. Wir haben im 
Juni die Phase-III-Studien bei nichtkleinzelligem Lungenkrebs wieder aufgenommen 
 Zulassung von Egrifta in den USA zur Reduzierung von berschssigem Bauchfett bei 
HIV-Patienten mit Lipodystrophie 

Merck-Geschftsbericht 2010 

61 % der Umsatzerlse mit den fnf 
umsatzstrksten Biopharmazeutika 

WachstUm Dank biotech-meDikamenten erfreUlich 

Die Umsatzerlse von Merck Serono wuchsen deutlich strker als der prognostizierte 
Durchschnitt der Pharmabranche. Fast zwei Drittel dieses 
Wachstums geht auf unsere Biopharmazeutika Rebif  und Erbitux  zurck. 

Im Jahr 2010 konnte die Sparte Merck Serono ihre Gesamterlse um 7,6 % auf 5.754 Mio EUR 
steigern. Die Umsatzerlse stiegen um 8,3 %, wobei zu diesem Wachstum positive Whrungseffekte 
von 2,6 % beitrugen. Erneut beruhte dieses im Vergleich mit dem Branchenschnitt, der 
vom Marktforschungsinstitut IMS Health auf 4 bis 5 % geschtzt wird, gute Wachstum vor allem 
auf dem Erfolg unserer Biopharmazeutika. Mit unseren fnf umsatzstrksten Biopharmazeutika 

 Rebif , Erbitux , Gonal-f , Saizen  und Serostim   erwirtschafteten wir 3.288 Mio EUR. 
Das entspricht 61 % unserer Umsatzerlse. Umsatzstrkstes Produkt mit einem Plus von 8,6 % 
auf 1.668 Mio EUR war wiederum Rebif , ein Medikament zur Behandlung von schubfrmiger 
Multipler Sklerose. Erbitux , unser zielgerichtetes Krebstherapeutikum, steigerte seinen Umsatz 
erneut zweistellig  um 18 % auf 820 Mio EUR. Seit Mrz ist Erbitux  im wichtigen Markt Japan 
nun fr den erweiterten Einsatz in Kombination mit Chemotherapie zur Erstlinienbehandlung 
von metastasiertem Darmkrebs vom KRAS-Wildtyp zugelassen. Als weltweit erstes orales krankheitsmodifizierendes 
Medikament zur Behandlung der schubfrmigen Multiplen Sklerose wurden 
Cladribin-Tabletten (Handelsname Movectro ) im Juli in Russland zugelassen, im September 
dann auch in Australien. Im November erteilte die US-amerikanische Arzneimittelbehrde die 
Zulassung fr Egrifta (Tesamorelin zur Injektion) fr die Reduzierung von Fettgewebe im 
Bauchraum von HIV-Patienten mit Lipodystrophie. 
Fhrende fnf Arzneimittel nach Umsatzerlsen 2010 

in Mio EUR 
/ 
in 
% 
der 
Spartenumstze 


1 Rebif  1 .6 68 31 % 

2 Erbitux  8 20 15 % 6 



1 


3 Gonal-f  5 04 9 % 
4 Concor -Familie 3 73 7 % 
5 Glucophage -Familie 3 16 6 % 5 


2

4 


3

6 Andere Produkte 1.7 27 3 2 % 

Die Lizenz-und Provisionserlse lagen mit 344 Mio EUR leicht unter Vorjahresniveau. Im Vergleich 
zu 2009 konnten wir das Bruttoergebnis um 6,9 % auf 4.793 Mio EUR erhhen. Getrieben 
von starken Whrungskurseinflssen und Investitionen in neue Produkte und aufstrebende Mrkte 
wie China lagen unsere Marketing-und Vertriebskosten um 10 % hher als 2009. Die Forschungs- 
und Entwicklungskosten sanken leicht um 1,4 % auf 1.167 Mio EUR. Die Einmalaufwendungen 
lagen insgesamt unter Vorjahresniveau, grter Einzeleffekt war die auerordentliche Abschreibung 
auf Safinamid (siehe Seite 19). Insgesamt verbesserte sich das Operative Ergebnis um 59 % 
auf 565 Mio EUR. Die Umsatzrendite (ROS) steigerte sich im Jahr 2010 auf 9,8 %. Der Basis Free 
Cash Flow wuchs um 51 % auf 1.308 Mio EUR. 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 
Merck Serono 

Merck Serono | Kennzahlen 

inMioEUR20102009.in%
Gesamterlse 5 .7 54 5.3 45 7,6 
Bruttoergebnis 4 .7 93 4.4 85 6,9 
F & E-Kosten 1 .167 1.1 84 1,4 
Operatives Ergebnis 56 5 3 55 59 
Sondermanahmen 6 9  40  
Free Cash Flow 1.29 8 864 50 
Basis Free Cash Flow 1. 30 8 86 7 51 
ROS in % 9, 8 6, 6 
Region Asien, Afrika, Australien als Wachstumstreiber 

Die umsatzstrkste Region der Sparte war auch 2010 Europa. Hier wurde knapp die Hlfte des 
Spartenumsatzes erzielt. Die Umsatzerlse in Europa stiegen um 2,9 % auf 2.632 Mio EUR. 
Unser grter europischer Markt war Frankreich mit Umsatzerlsen von 514 Mio EUR. Dort 
ging der Umsatz um 3,5 % zurck, wozu Konkurrenz durch Generika bei den Produkten aus 
dem Bereich CardioMetabolic Care beitrug. Die Umstze im zweitgrten Markt Deutschland 
stagnierten in Folge einer restriktiven Gesundheitspolitik bei 497 Mio EUR (+0,1 %). Italien und 
Spanien lagen mit 308 Mio EUR bzw. 294 Mio EUR und einem Umsatzplus von 7,1 % bzw. 1,8 % 
annhernd gleichauf. Kleinere Mrkte mit starkem Wachstum waren beispielsweise Russland 
und die Trkei mit einem Plus von 36 % bzw. 16 %, whrend in Griechenland aufgrund der Auswirkungen 
der Finanzkrise auf den Gesundheitssektor die Umsatzerlse um 13 % zurckgingen. 

Merck Serono | Umsatzerlse nach Regionen 

in Mio EUR 
/ 
in 
% 
der 
Spartenumstze 


1 Europa 2 .6 32 49 % 

4 


2 Nordamerika 1 .0 35 19 % 

2 



3 Lateinamerika 8 09 15 % 3 


1 


4 Asien, Afrika, Australien 9 32 17 % 

Zweistelliges Umsatzwachstumin Lateinamerika 

In Nordamerika wuchsen die Umstze um 9,4 % auf 1.035 Mio EUR, hauptschlich dank des 
guten Abschneidens von Rebif  und positiver Whrungskurseinflsse. In Lateinamerika legten 
die Umsatzerlse um 14 % auf 809 Mio EUR zu. Ein Plus von 36 % auf 286 Mio EUR verzeichneten 
wir in Brasilien, unserem grten Markt in dieser Region. Mexiko und Argentinien wuchsen 
ebenfalls erfreulich um 22 % bzw. 44 %, whrend Venezuela aufgrund starker Whrungseffekte 
54 % verlor. Die Region Asien, Afrika, Australien war mit einer Steigerung der Umsatzerlse um 
20 % auf 932 Mio EUR der geographische Wachstumstreiber der Sparte. Unser grter Markt in 
dieser Region war Japan. Dort konnten wir unsere Umsatzerlse dank des Erfolgs von Erbitux  
um 39 % auf 177 Mio EUR steigern. Mit einem Umsatz von 126 Mio EUR (+2,4 %) war China 
unser zweitgrter Markt. In Indien erreichten wir mit 66 Mio EUR einen Zuwachs von 18 %. 
Sdafrika legte um 52 % auf 39 Mio EUR zu, Australien um 18 % auf 60 Mio EUR. 


Merck-Geschftsbericht 2010 

Erbitux  in Kombination mit 
Chemotherapie in Japan fr alleTherapielinien zur Darmkrebsbe


handlung verfgbar 

Unsere Aktivitten in den Therapiegebieten 

Forschung 
Entwicklung 
Vermarktung 


Onkologie 
Neurodegenerative Erkrankungen 
Rheumatologie 
Fruchtbarkeit 

Endokrinologie 
CardioMetabolic Care und Allgemeinmedizin 

onkologie 


Unser zielgerichtetes Krebsmedikament Erbitux  (Cetuximab) ist in allen Therapielinien in Kombination 
mit Chemotherapie oder als Monotherapie fr vorbehandelte Patienten bei metastasiertem 
Darmkrebs (mCRC) mit KRAS-Wildtyp-Tumoren, die den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor 
(EGFR) an der Zelloberflche aufweisen, zugelassen. Zudem ist der monoklonale Antikrper 
ein Standard in der Erstlinientherapie von rezidiviertem und/oder metastasiertem Kopf-und 
Halskrebs (SCCHN) in Kombination mit platinbasierter Chemotherapie sowie in Kombination mit 
Strahlentherapie zur Behandlung von lokal fortgeschrittenen Kopf-und Halstumoren. Erbitux  
ist heute fr die Behandlung von Darmkrebs in 86 Lndern und fr die Behandlung von Kopf- 
und Halskrebs in 82 Lndern zugelassen. Zustzliche Indikationen untersuchen wir in weiteren 
Studien. Die Umsatzerlse von Erbitux  stiegen im Jahr 2010 um 18 % auf 820 Mio EUR. Somit 
wurde der Wachstumskurs ungebrochen fortgesetzt. 

Zulassungen in Japan, Australien und der Schweiz 

In Japan kann Erbitux  nun auch in Kombination mit Chemotherapie in der Erstlinienbehandlung 
von EGFR-exprimierendem, inoperablem, fortgeschrittenem oder rezidivierendem Darmkrebs 
vom KRAS-Wildtyp eingesetzt werden. Die Erweiterung der Produktinformation wurde 
von der Zulassungsbehrde Pharmaceutical and Medical Devices Agency (PMDA) im Mrz 2010 
genehmigt, nachdem Merck Daten der Phase-III-Studie CRYSTAL eingereicht hatte. Somit ist 
Erbitux  in Kombination mit Chemotherapie in Japan fr alle Therapielinien zur Behandlung 
von Darmkrebs verfgbar. 
In Australien hat die Zulassungsbehrde Therapeutic Goods Administration (TGA) im Mrz 2010 
Erbitux  in Kombination mit Chemotherapie in der Erstlinienbehandlung von metastasiertem 
Darmkrebs mit KRAS-Wildtyp-Tumoren zugelassen. Des Weiteren steht Erbitux  auch als 
Erstlinien-Behandlungsoption bei metastasiertem Darmkrebs des KRAS-Wildtyps in der Schweiz 
zur Verfgung. Die zustndige Zulassungsbehrde Swissmedic hatte im September 2010 die 
Zulassung erteilt. 

Erbitux  Therapiestandard bei metastasiertem Darmkrebs vom KRAS-Wildtyp 

Merck ist eines der fhrenden Unternehmen in der innovativen, personalisierten Krebstherapie. 
Unsere Forschung ist darauf fokussiert, Biomarker zu identifizieren, die es ermglichen, die 
Patienten auszuwhlen, die am meisten von einem Arzneimittel profitieren  so wie es mit dem 
KRAS-Wildtyp-Status von Tumoren bei Patienten mit metastasiertem Darmkrebs fr Erbitux  
mglich ist. Eine internationale Umfrage hat 2010 belegt, dass sich die KRAS-Mutationsanalyse 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 

Merck Serono 

Weltweit erste Zulassung fr einorales krankheitsmodifizierendes 
Medikament zur MS-Behandlung 

schnell zu einem festen Bestandteil des Therapiemanagements bei mCRC entwickelt. Des Weiteren 
zeigt die Studie, dass Erbitux  ein neuer Standard in der Darmkrebs-Therapie bei besttigtem 
KRAS-Wildtyp ist. Der Anteil der Patienten, bei denen der Test durchgefhrt wird, um zu bestimmen, 
ob sie von einer personalisierten Therapie wie Erbitux  profitieren knnen, ist deutlich 
gestiegen. Im Jahr 2008 lag er bei 2,5 %, Anfang 2010 bei 66 %. Die Ergebnisse zeigen auch, dass 
73 % der rzte in Europa den KRAS-Test routinemig zum Zeitpunkt der Diagnose von metastasiertem 
Darmkrebs durchfhrten. 
Zwei Umfragen, deren Ergebnisse ebenfalls im Jahr 2010 vorgestellt wurden, haben ergeben, 
dass Erbitux  sich zu einem Standard in der Behandlung von Kopf-und Halskrebs entwickelt  
sowohl bei lokal fortgeschrittenem als auch rezidiviertem und/oder metastasiertem Kopf-und 
Halskrebs. In letzterer Indikation hatte die Umfrage unter 256 Spezialisten in Frankreich, 
Deutschland, Italien und Spanien ergeben, dass eine Erbitux -basierte Kombinationstherapie 
bei annhernd 60 % der Flle in der Erstlinientherapie zum Einsatz kam. 

neUroDegenerative erkrankUngen 

In der Geschftseinheit Neurodegenerative Erkrankungen bieten wir mit Rebif  (Interferon 
beta-1a) eines der fhrenden Medikamente zur Behandlung der schubfrmig verlaufenden 
Multiplen Sklerose (MS) an. Schtzungen zufolge leiden weltweit rund 2 Millionen Menschen 
an MS. Aufgrund seiner erwiesenen Wirksamkeit und eines gnstigen Nutzen-Risiko-Profils 
gehrt Rebif  zur Basistherapie der MS und ist in mehr als 90 Lndern zugelassen. Im Jahr 
2010 stiegen die Umsatzerlse von Rebif  um 8,6 % auf 1.668 Mio EUR. Das rekombinante 
Protein war somit erneut das umsatzstrkste Produkt von Merck und blieb das fhrende MS-
Medikament auerhalb der USA. In Europa erzielte Rebif  bei solidem Wachstum von 6,2 % 
mit 752 Mio EUR den grten Umsatz. Die grten Mrkte waren Deutschland und Italien, wo 
wir Wachstumsraten von 6,0 % bzw. 8,5 % verzeichneten. Die Region Nordamerika blieb mit 
Umsatzerlsen von 751 Mio EUR unser zweitgrter Markt fr Rebif . Das Wachstum dort 
betrug 11 % gegenber dem Vorjahr. In Lateinamerika stiegen die Umsatzerlse um 12 % auf 
108 Mio EUR. In der Region Asien, Afrika, Australien betrug das Wachstumsplus 2,2 %. 
Die serumfreie Formulierung von Rebif  mit verbesserter Injektionsvertrglichkeit ist mittlerweile 
in rund 40 Lndern erhltlich, darunter alle Lnder der Europischen Union, Australien, 
Kanada und die Schweiz sowie eine Reihe von Lndern in Asien, Lateinamerika, Afrika und dem 
Mittleren Osten. In den USA dauern die Diskussionen mit der FDA ber eine mgliche Zulassung 
an. Unsere Palette benutzerfreundlicher Applikationshilfen fr die einfache, komfortable 
und auf individuelle Bedrfnisse zugeschnittene Selbstverabreichung von Rebif  haben wir 
um Rebidose erweitert. Diese mit Rebif  vorgefllte Einweg-Injektionshilfe (Pen) wurde in 
der Europischen Union und Australien zugelassen. Unser 2009 eingefhrtes elektronisches 
Injektionsgert Rebismart, das erste seiner Art im Bereich MS, ist bislang in ber 20 Lndern 
erhltlich, darunter Kanada und viele EU-Lnder. 

Movectro  in Russland und Australien zur oralen MS-Behandlung zugelassen 

Im Juli erteilte das russische Gesundheitsministerium die Marktzulassung fr Cladribin-Tabletten 
zur Behandlung der schubfrmigen Multiplen Sklerose  dies war die weltweit erste behrdliche 
Zulassung fr ein orales krankheitsmodifizierendes MS-Medikament. Im September folgte die 
Zulassung in Australien. Cladribin-Tabletten sind seit Ende des Jahres in beiden Lndern unter 


Merck-Geschftsbericht 2010 

In wichtigen Wachstumsmrkten 
legten dieUmsatzerlse zweistellig zu 

dem Handelsnamen Movectro  erhltlich. Die Zulassungen wurden gesttzt von den Ergebnissen 
der CLARITY-Studie, an der 1.326 Patienten mit schubfrmiger MS teilgenommen hatten. Die 
im renommierten New England Journal of Medicine verffentlichten Studienergebnisse zeigen, 
dass die Kurzzeitbehandlung mit Cladribin-Tabletten die Schubrate, das Risiko eines Fortschreitens 
der Behinderung sowie die mittels Kernspintomographie messbare Krankheitsaktivitt nach 
96 Wochen signifikant verringert. 
Merck hat Zulassungsantrge fr Cladribin-Tabletten eingereicht, die rund 40 Lnder weltweit 
abdecken. In den USA reichten wir den Zulassungsantrag im Juni erneut ein. Im Juli nahm 
die Behrde den Antrag an und gewhrte die Behandlung im Rahmen eines beschleunigten 
Zulassungsverfahrens. Im November teilte uns die FDA mit, dass sie die Frist zur Prfung 
unseres Antrags um drei Monate bis zum 28. Februar 2011 verlngert hat. Die FDA verlngerte 
die Frist, um mehr Zeit fr eine vollstndige Prfung zustzlich eingereichter Informationen 
zu haben. Das wissenschaftliche Komitee CHMP der europischen Arzneimittelbehrde EMA 
gab im September eine negative Stellungnahme zum Antrag auf Marktzulassung fr Cladribin-
Tabletten ab. Da wir vom groen Potenzial von Cladribin-Tabletten als neue Therapieoption fr 
Multiple-Sklerose-Patienten berzeugt sind, legten wir gegen diese Entscheidung Einspruch 
ein und beantragten eine erneute Prfung. Im Januar 2011 besttigte das CHMP sein negatives 
Votum endgltig. 

frUchtbarkeit 


Mit ihrem Portfolio an Medikamenten zur Behandlung der Unfruchtbarkeit ist die Sparte Merck 
Serono weltweit fhrend. Als einziges Unternehmen bieten wir rzten und Patienten rekombinante 
Versionen der drei fr die Behandlung der Unfruchtbarkeit wichtigsten Sexualhormone 
an. Die Umsatzerlse in der Geschftseinheit Fruchtbarkeit stiegen im Jahr 2010 um 6,6 % auf 
657 Mio EUR. Europa blieb unser wichtigster Markt. Hier erwirtschafteten wir fast die Hlfte 
der Umsatzerlse, die leicht ber dem Vorjahresniveau dieser Region lagen. In Asien, Afrika, 
Australien und Lateinamerika entwickelte sich der Umsatz mit zweistelligen Wachstumsraten 
erfreulich, whrend wir in Nordamerika eine geringfgige Steigerung verzeichneten. 

Gonal-f  wchst weiterhin 

Gonal-f  (Follitropin alfa zur Injektion) ist eine rekombinante Form des krpereigenen follikelstimulierenden 
Hormons. Es ist in ber 100 Lndern zugelassen und das weltweit fhrende 
Prparat zur Behandlung der Unfruchtbarkeit bei Frauen. Die Injektionshilfe Gonal-f -Pen 
zur Selbstverabreichung von Gonal-f  ist in ber 90 Lndern erhltlich, darunter in den wichtigsten 
EU-Lndern, den USA und Japan. Die Umsatzerlse von Gonal-f  stiegen um 3,7 % auf 
504 Mio EUR, hauptschlich getragen von starkem Wachstum um 15 % in der Region Asien, 
Afrika, Australien. Zum Umsatzplus in dieser Region trugen positive Whrungseffekte mehr als 
die Hlfte bei. In Japan war Gonal-f  2009 auch fr die Behandlung von unfruchtbaren Frauen 
mit unregelmigem oder ausbleibendem Eisprung zugelassen worden. Dies zeigte sich 2010 
in einem sehr starken Umsatzanstieg. In Nordamerika blieben die Gonal-f -Umstze in einem 
schrumpfenden und umkmpften Markt auf Vorjahresniveau. In Europa, wo wir fast die Hlfte 
unserer Umsatzerlse mit Gonal-f  erwirtschafteten, konnten wir trotz anhaltenden Kostendrucks 
im Gesundheitssektor den Negativtrend des Vorjahres stoppen und den Umsatz auf dem 
Niveau von 2009 halten. In Italien, unserem grten europischen Markt fr dieses Produkt, 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 
Merck Serono 

Rund 1 Mio EUR fr die Frderung 
von Projekten aus der angewandtenFruchtbarkeitsforschung 

Elektronischer Autoinjektor Easypod 
fr die Selbstverabreichungvon Saizen  nun auch in China 
erhltlich 

blieben die Umsatzerlse genauso stabil wie in unserem zweitgrten Markt Frankreich. 
Spanien ist der drittgrte europische Markt, der hauptschlich von Selbstzahlern getragen 
wird. Sie sprten weiterhin die Folgen der Wirtschaftskrise, der Gonal-f -Umsatz ging um 
4,3 % zurck. Erfreulich schnitt Gonal-f  hingegen in Grobritannien ab: Die Umstze wuchsen, 
hauptschlich organisch, stark und lagen um 31 % ber Vorjahr. 
Zur Stimulation der Eiblschenreifung bei unfruchtbaren Frauen, die an einem starken Mangel 
an luteinisierendem Hormon und follikelstimulierendem Hormon leiden, wird unser rekombinantes 
Kombinationsprparat Pergoveris eingesetzt. Es ermglicht erstmals die gleichzeitige 
Gabe der beiden fr die Eierstockstimulation entscheidenden Hormone durch subkutane 
Injektion. Die weltweiten Umsatzerlse, fast ausschlielich in Europa erzielt, stiegen um 8,4 % 
auf 32 Mio EUR, vor allem dank eines Wachstums von 50 % in Frankreich. Ovidrel /Ovitrelle  
ist eine rekombinante Version des natrlich vorkommenden Hormons hCG. Es wird zur Stimulation 
der Follikelreifung und zum Auslsen des Eisprungs eingesetzt und erzielte ein starkes 
Umsatzplus von 21 % auf 45 Mio EUR, getragen von gutem Wachstum in allen Regionen. Auch 
Cetrotide , ein zur Verhinderung eines vorzeitigen Eisprungs eingesetzter Antagonist des 
Hormons GnRH, wuchs mit 23 % auf 38 Mio EUR erfreulich. 

Frdermittel fr innovative Fertilitts-Forschungsprojekte vergeben 

Im Juni 2010 gab Merck Serono die ersten Empfnger von Frdermitteln des Grant for Fertility 
Innovation bekannt. Wir haben dieses Programm fr Innovationen auf dem Gebiet der Fruchtbarkeit 
entwickelt, um die medizinische Forschung auf diesem Gebiet zu frdern. Rund 1 Mio EUR 
wurden auf fnf innovative Projekte aus der angewandten Fruchtbarkeitsforschung verteilt, die 
Paaren mit unerflltem Kinderwunsch bessere Chancen erffnen sollen. Im selben Monat stellten 
wir die Ergebnisse der grten internationalen Studie zum Verstndnis der Entscheidungsprozesse 
von Paaren mit Kinderwunsch vor. Die Resultate knnen helfen, unterschiedliche Reproduktionsraten 
zu erklren, und zeigen Hindernisse auf, die unfruchtbare Paare mglicherweise davon 
abhalten, rztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. An der gemeinsam mit der Universitt von 
Cardiff in Wales entwickelten Befragung hatten ber 10.000 Frauen und Mnner aus 18 Lndern 
teilgenommen. 

enDokrinologie 


Die spezialisierten Medikamente und anwendungsfreundlichen Injektionshilfen der Geschftseinheit 
Endokrinologie knnen das Leben von Patienten mit Hormon-und Stoffwechselstrungen 
verbessern. Die Umsatzerlse stiegen um 21 % auf 317 Mio EUR, basierend auf starkem Wachstum 
in allen Regionen. Unser umsatzstrkstes Endokrinologie-Produkt ist das rekombinante 
menschliche Wachstumshormon Saizen . Es ist in 79 Lndern zur Therapie eines oder mehrerer 
der Krankheitsbilder Wachstumshormonmangel bei Kindern und Erwachsenen, Turner-Syndrom 
und Minderwuchs bei Kindern aufgrund chronischen Nierenversagens oder zur Behandlung 
untergewichtiger Neugeborener zugelassen. Schtzungen zufolge leiden weltweit 330.000 Kinder 
an Wachstumshormonmangel, auerdem allein in Europa 90.000 Erwachsene. Saizen  verzeichnete 
Umsatzerlse von 226 Mio EUR  ein deutliches Plus von 18 %. In Europa und Nordamerika 
erzielten wir die grten Umstze mit dem Hormon; in Lateinamerika und Asien, Afrika, 
Australien war das Wachstum, auch organisch, deutlich zweistellig. Der anhaltende Erfolg von 
Saizen  wurde durch die hohe Akzeptanz unserer elektronischen Injektionshilfe Easypod 


Merck-Geschftsbericht 2010 

Erstes von der FDA zugelassenes

Medikament zur Verringerungberschssigen Bauchfetts bei HIV-
Patienten mit Lipodystrophie 

CardioMetabolic-Care-Produkte 
bauen ihre Stellung auf vielen wichtigen 
Wachstumsmrkten aus 

begnstigt, die mittlerweile in rund 40 Lndern erhltlich ist, darunter seit Juli 2010 auch in 
China. Um Saizen  noch anwendungsfreundlicher zu machen, haben wir eine gebrauchsfertige 
Flssigformulierung entwickelt, die die Aufbereitung des Pulvers fr die Injektion berflssig 
macht. Saizen -Lsung zur Injektion wurde im April in Kanada zugelassen. In der Europischen 
Union wurde im Oktober ein dezentralisiertes Verfahren abgeschlossen, das in den kommenden 
Monaten nationale Zulassungen in 18 Mitgliedsstaaten ermglicht. Um eine Anpassung an 
die individuellen Bedrfnisse der Patienten zu gewhrleisten, wird die neue Formulierung in 
Kartuschen mit 6, 12 und 20 mg erhltlich sein, die fr die exklusive Verwendung mit Easypod 
und unserer nadelfreien Applikationshilfe Cool.click2 entwickelt wurden. 
Mit Kuvan  (Sapropterin) zur Behandlung der Hyperphenylalaninmie, verursacht durch die 
angeborene Stoffwechselstrung Phenylketonurie (PKU) oder einen Mangel am wichtigen 
Koenzym Tetrahydrobiopterin (BH4), bieten wir seit 2009 das erste Medikament fr diese seltene 
Krankheit in Europa an. Dort sind Schtzungen zufolge rund 50.000 Menschen betroffen, 
20 bis 50 % der PKU-Patienten knnten von einer Behandlung mit Kuvan  profitieren. Kuvan  
wird von Merck Serono in rund 30 Lndern vertrieben. 2010 erfolgten Marktzulassungen in der 
Schweiz, Kroatien und auerhalb Europas, darunter in Australien, China (nur fr BH4-Mangel), 
Israel, Mexiko und Venezuela. Die weltweiten Umsatzerlse stiegen auf 20 Mio EUR. 

Marktzulassung von Egrifta in den USA 

Unser Medikament Serostim  wird in den USA zur Behandlung von Auszehrung bei AIDS eingesetzt, 
von der schtzungsweise bis zu 8 % aller HIV-Infizierten betroffen sind. Die Umsatzerlse 
von Serostim  stiegen um 8,1 % auf 70 Mio EUR. 
Fr das Arzneimittel Egrifta (Tesamorelin zur Injektion) hat die US-Arzneimittelbehrde FDA 
im November die Zulassung als erste und bislang einzige Therapie zur Verringerung berschssigen 
Bauchfetts bei HIV-infizierten Patienten mit Lipodystrophie erteilt. Egrifta wurde vom 
kanadischen Biopharmazieunternehmen Theratechnologies entwickelt und wird in den USA 
exklusiv von unserer Tochtergesellschaft EMD Serono vermarktet werden. 

carDiometabolic care UnD allgemeinmeDiZin 

Unsere Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schilddrsenkrankheiten 
sowie sonstige Produkte und regionale Spezialitten fassen wir in der Geschftseinheit 
CardioMetabolic Care und Allgemeinmedizin zusammen. Die Wechselbeziehungen zwischen vielen 
chronischen Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen sind Ursachen vieler Krankheitsbilder, 
die eine integrierte Behandlung erfordern. Wir arbeiten an der Verbesserung unserer Produkte  
etwa durch neue Darreichungsformen oder Dosierungen. 
Die Umsatzerlse der Geschftseinheit wuchsen um 4,4 % auf 1.888 Mio EUR. In vielen dynamischen 
Mrkten bauten wir unsere Stellung aus. So ist Merck mit seinen CardioMetabolic-Care-
Produkten in Lateinamerika oder Asien eines der am schnellsten wachsenden Pharmaunternehmen. 
In Lateinamerika sind wir unter den 15 grten Pharmaunternehmen. Negativ machten 
sich Preissenkungen in Europa und Konkurrenz durch Generika in unserem umsatzstrksten Land 
Frankreich bemerkbar. Insgesamt wogen Zuwchse bei den Diabetes-und den Schilddrsen-
Medikamenten Rckgnge bei den Betablocker-Prparaten mehr als auf. 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 

Merck Serono 

Sieben Millionen Patienten behandeln 
Diabetes mit oralen Metformin-
Prparaten von Merck Serono 

Concor : Stark in Wachstumsmrkten, harte Konkurrenz in Europa 

Die Markenprodukte der Concor -Familie mit dem Wirkstoff Bisoprolol erzielten Umsatzerlse 
von 373 Mio EUR. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach das einem Minus von 5,3 %. Ein Grund 
war die Generika-Konkurrenz in Frankreich, wo die Umsatzerlse um 35 % auf 62 Mio EUR fielen. 
Dabei bleibt Bisoprolol mit Produkten wie beispielsweise Lodoz  und Concor  COR in unserem 
diesbezglich grten Markt Europa weiterhin der fhrende Betablocker. 
In unserem wichtigsten lateinamerikanischen Markt Venezuela sanken die Umsatzerlse inflationsbedingt 
um 50 % auf 11 Mio EUR. 
Dagegen sind die Concor -Markenprodukte in Wachstumsmrkten erfolgreich. So legten die 
Umsatzerlse in der Region Afrika, Asien, Australien um 30 % auf 98 Mio EUR zu. 

Die Glucophage -Produktfamilie bleibt auf Wachstumskurs

Weltweit leiden rund 285 Millionen Menschen an Typ-2-Diabetes  Tendenz steigend. ber sieben 
Millionen Patienten weltweit behandeln heute ihren Diabetes mit unseren oralen Metformin-
Prparaten. Zur Erstbehandlung ist dieser Wirkstoff, enthalten in unserem Prparat Glucophage , 
nach wie vor der Goldstandard. 
Die Markenprodukte der Glucophage -Familie erzielten Umsatzerlse in Hhe von 316 Mio EUR  
ein Plus von 8,4 %. Dabei wurden leichte Umsatzrckgnge in Europa durch zweistelliges 
Wachstum in den Mrkten Lateinamerikas und Asiens mehr als ausgeglichen. In Lateinamerika 
ist Glucophage  Nummer 1 auf dem Diabetes-Markt und wuchs im Jahr 2010 zudem mit 
34 % um 6 Prozentpunkte schneller als der Markt  gerechnet in US-Dollar. Zustzlich waren 
neue Produktvarianten ungebrochen erfolgreich. So konnte Glucophage XR   fr das wir die 
Dosierung 1000 mg im Jahr 2009 eingefhrt hatten  um 21 % auf 69 Mio EUR zulegen. Mit 
Glucovance  1000mg/5mg, einer Kombination aus den Wirkstoffen Metformin und Glibenclamid, 
haben wir mit der Einfhrung einer neuen Dosierung begonnen. 

Gutes Wachstum unserer Schilddrsenprparate 

Bei Medikamenten zur Behandlung von Fehlfunktionen der Schilddrse ist Merck grter 
Anbieter weltweit. Die Umsatzerlse dieser Prparate wuchsen um 7,6 % auf 170 Mio EUR. Trotz 
Generika-Konkurrenz sanken die Umsatzerlse in Europa nur um 1,3 %. Dagegen stiegen die 
Umsatzerlse in Lateinamerika um 30 % deutlich und wuchsen in Asien, Afrika, Australien um 
3,9 %. Die Umsatzerlse unseres wichtigsten Produkts, des Schilddrsenhormons Euthyrox , 
stiegen um 7,7 % auf 148 Mio EUR. In ungefhr 90 Lndern weltweit werden rund 15 Millionen 
Patienten mit Euthyrox  behandelt. 
Mehr als 300 Millionen Menschen weltweit leiden an einer Unterfunktion der Schilddrse, 
kaum 20 % davon werden behandelt. Wir wollen informieren und eine optimale Behandlung 
frdern. Im Mai haben wir daher zusammen mit der Internationalen Schilddrsenvereinigung 
unsere zweite groe Kampagne gestartet. In 45 Lndern haben Aktionen stattgefunden. 

Sonstige Produkte regional stark 

Dank der guten Wettbewerbsposition in wichtigen Mrkten auerhalb Europas erzielten unsere 
sonstigen Produkte, teilweise nur regional verkauft, Umsatzerlse von 977 Mio EUR. Das entspricht 
einem Plus von 5,4 %. 


Merck-Geschftsbericht 2010 

Frdermittel fr innovative Projekteder Multiple-Sklerose-Forschung 

forschUng & entWicklUng 

Die Ausgaben fr Forschung und Entwicklung blieben im Jahr 2010 mit 1.167 Mio EUR leicht 
unter Vorjahresniveau (1,4 %). Diese Reduktion ist zum einen auf Verzgerungen bei den Projekten 
Stimuvax  und Cladribin-Tabletten zurckzufhren, zum anderen ist es uns gelungen, 
durch Effizienzsteigerungsmanahmen die Kostenstrukturen insgesamt zu optimieren. 
Wir investierten rund 20 % der Gesamterlse der Sparte Merck Serono in Forschung & Entwicklung, 
womit wir uns innerhalb der Pharmaindustrie auf einem berdurchschnittlich hohen Niveau 
befinden. Dies ist vor allem durch die groe Anzahl von kostenintensiven Studien der letzten 
Phase der klinischen Prfung begrndet. Die Pipeline umfasst derzeit neun Projekte mit klinischen 
Studien der Phase III, sieben der Phase II und sechs der Phase I. 
Unsere Aktivitten haben drei Schwerpunkte: Zum Ersten Onkologie, wo wir nach neuen Therapien 
fr Darmkrebs, Lungenkrebs, Kopf-und Halskrebs, Hirntumore, Brustkrebs oder Magenkrebs 
suchen; zum Zweiten neurodegenerative Erkrankungen, wo wir an neuen Therapien fr Multiple 
Sklerose, die Parkinson-Krankheit sowie die Alzheimer-Krankheit arbeiten; sowie drittens rheumatologische 
Indikationen wie die Autoimmunerkrankung Lupus Erythematodes oder Arthrose. 
Daneben betreiben wir weiterhin Forschung auf dem Gebiet der Fruchtbarkeit. Insgesamt arbeiteten 
Ende des Jahres rund 3.000 Mitarbeiter fr die Sparte im Bereich F&E. 
Die wichtigsten Forschungszentren bleiben Darmstadt, Genf und Boston. Zustzlich bauen wir 
den Standort Peking aus, um den asiatischen Raum abzudecken, regionale klinische Studien zu 
erleichtern und lokale Allianzen zu entwickeln. Bis 2013 wenden wir dafr 150 Mio EUR auf und 
schaffen ber 200 qualifizierte Arbeitspltze. Planmig sind die Ausbauarbeiten am Standort 
Billerica abgeschlossen, wo wir 65 Mio USD investiert haben. 

Herausforderungen in Netzwerken und Partnerschaften begegnen 

Generika-Konkurrenz, Gesundheitsreformen, Preisdruck, gestiegene zulassungsrechtliche Anforderungen 
an Sicherheit und nachgewiesenen Nutzen neuer Medikamente sind einige der Trends, 
die F&E im Pharmaumfeld vor Herausforderungen stellen. Wir wollen nachhaltigen Erfolg auch 
unter sich rasch ndernden Rahmenbedingungen sicherstellen. Essenzielle Teile dieser Strategie 
sind die Fokussierung auf Facharzt-Therapiegebiete mit hohem medizinischem Bedarf, die 
konsequente Implementierung von Behandlungsformen, die auf spezifische Patientengruppen 
angepasst sind (Patientenstratifizierung), um die Wirksamkeit von Therapien fr einzelne 
Patienten voraussagen zu knnen, und die Arbeit mit Partnern. Im Jahr 2010 haben wir strategische 
Kooperationen und die Beteiligung an Netzwerken konsequent weiter ausgebaut. 
In F&E setzen wir weiterhin sowohl auf unsere Expertise fr kleine Molekle als auch fr Biopharmazeutika. 
Daneben prfen wir neue potenzielle Wirkstoffklassen, die neuartige Therapien 
ermglichen knnten. So sind wir mit dem belgischen Unternehmen Ablynx eine Vereinbarung zur 
gemeinsamen Entwicklung von Nanobodies  fr den Einsatz in der Rheumatologie eingegangen. 
Nanobodies  sind von Antikrpern abgeleitete therapeutische Proteine, die die Vorteile konventioneller 
Antikrper mit wichtigen Eigenschaften niedermolekularer Medikamente verbinden. 
Im Bereich der neurodegenerativen Erkrankungen haben wir eine exklusive Partnerschaft mit 
Fast Forward  einer Tochterfirma der US-amerikanischen Multiple-Sklerose-Gesellschaft  
etabliert. Im Jahr 2010 wurden vier Empfnger von Frdermitteln benannt. Die Frdermittel, 
die in die USA, nach Neuseeland und Grobritannien flieen, belaufen sich zunchst auf fast 
1,5 Mio USD. Sie werden eingesetzt, um innovative Projekte der Multiple-Sklerose-Forschung 
voranzutreiben. Zudem sind wir mit dem Institut fr Experimentelle Neurologie (INSPE) und 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 
Merck Serono 

Status unserer innovativen Wirkstoffe 

Therapiefeld 
Wirkstoff 
Indikation 
Status 


Onkologie 
Erbitux  (Cetuximab, monoklonaler adjuvante Therapie des Darmkrebses2 
Anti-EGFR-Antikrper)1 

Magenkrebs 
Cilengitide (Integrin-Inhibitor) Glioblastom (Hirntumor) 
Stimuvax  (Krebs-Immuntherapie)3 nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC) 
Erbitux  Brustkrebs 

Cilengitide Kopf- und Halskrebs (SCCHN) 
nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC) 
monoklonaler Anti-Integrin-Antikrper(DI17E6) 
Darmkrebs 
TLR9-Immunmodulator (IMO-2055)4 Kopf- und Halskrebs (SCCHN) 
MEK-Inhibitor (AS703026/
MSC1936369B) 
solide Tumore und hmatologische Erkrankungen 
c-Met-Kinase-Inhibitoren solide Tumore 
(EMD1214063, EMD1204831)5 
NeurodegenerativeErkrankungen 
serumfreie Rebif -Formulierung schubfrmig verlaufende Formen derMultiplen Sklerose (MS) 
Klinisch Isoliertes Syndrom (CIS) 
Cladribin-Tabletten schubfrmig verlaufende Formen der MS;
Russland und Australien: zugelassen,
USA: Zulassungsantrag eingereicht6 
Klinisch Isoliertes Syndrom (CIS) 
Safinamid7 Parkinson-Krankheit im Frhstadium 
Parkinson-Krankheit im mittleren bis spten Stadium 
Immuntoleranz-Therapeutikum(ATX-MS-1467)8 
schubfrmig verlaufende Formen der MS 
Interferon beta-1a mit verzgerterFreisetzung9 
schubfrmig verlaufende Formen der MS 
Rheumatologie Atacicept (Anti-BLyS-/Anti-APRILFusionsprotein)
10 
Systemischer Lupus Erythematodes (SLE) 
Fibroblasten-Wachstumsfaktor 1810 verletzungsbedingte Knorpelschden 
Arthrose 
Endokrinologie Wachstumshormon mit 
Langzeitwirkung (ARX 201)11 
Wachstumshormonmangel 

Phase III 
Phase III 
Phase III 
Phase III 
Phase II 
Phase II 
Phase II 
Phase II 
Phase II 
Phase I 
Phase I 
USA: 
eingereicht 
Phase III 
zugelassen/
eingereicht 
Phase III 
Phase III 
Phase III 
Phase I 
Phase I 
Phase III 
Phase II 
Phase I 
Phase II 
1 Entwickelt zusammen mit ImClone LLC: Erbitux  ist eine 
Marke von ImClone LLC, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft 
von Eli Lilly & Co.

2 Studie geleitet und koordiniert von der Fdration Francophone 
de Cancrologie Digestive (FFCD)

3 Exklusive weltweite Lizenzrechte erworben von 
Oncothyreon Inc.

4 Einlizenziert von Idera Pharmaceuticals, Inc. 

5 Zusammenarbeit mit dem M. D. Anderson Cancer Center 

6 Negatives CHMP-Votum zum Antrag auf Marktzulassungin der EU im Januar 2011 endgltig besttigt7 Zusammenarbeit mit Newron Pharmaceuticals S.p.A. 
8 Zusammenarbeit mit Apitope Technology (Bristol) Ltd.
9 Zusammenarbeit mit Flamel Technologies S.A.

10 Einlizenziert von ZymoGenetics, Inc., einer hundertprozentigen 
Tochtergesellschaft von Bristol-Myers Squibb Company


11 Zusammenarbeit mit Ambrx, Inc. 

NSCLC: Non-small cell lung cancer (nicht-kleinzelliges 
Lungenkarzinom)

SCCHN: Squamous cell carcinoma of the head and neck 
(lokal fortgeschrittene Plattenepithelkarzinome desKopfes und Halses)

CIS: 
Clinically Isolated Syndrome (Klinisch IsoliertesSyndrom) 


Merck-Geschftsbericht 2010 

Neue Daten zur Therapie mit Erbitux 
 in der Erstlinientherapie von 
metastasiertem Darmkrebs 

der Abteilung fr Neurologie des San Raffaele Scientific Institute aus Mailand eine strategische 
Zusammenarbeit eingegangen. Ziel der Kooperation ist, klinische Forschungsprojekte im Bereich 
der neurodegenerativen Erkrankungen unter Verwendung neuer Modelle und Technologien 
voranzutreiben. 
Merck Serono Ventures ist der Name unseres unternehmenseigenen Risikokapitalfonds. 
2010 ist er in die Frderung zweier hochinnovativer Biotechnologie-Unternehmen eingestiegen. 
Ein Partner ist das Unternehmen f-Star aus Wien, das sich mit der Erforschung und Entwicklung 
von modifizierten Antikrpern beschftigt. Die jngste Partnerschaft ist jene mit dem Unternehmen 
Auxogyn aus San Francisco, das ein nicht-invasives Instrument fr die Frhbewertung der 
embryonalen Lebensfhigkeit bei der knstlichen Befruchtung entwickelt. 
Zudem erffnet die interne Zusammenarbeit mit Merck Millipore neue Perspektiven. Synergien 
sind beispielsweise bei begleitenden Diagnostika, in der Systembiologie, bei neuen Methoden 
zur gezielten Verabreichung von Biopharmazeutika oder bei der Suche nach neuen Wegen in der 
biotechnologischen Produktion mglich. 

Forschung und Entwicklung: Weitere Perspektiven fr Erbitux  

Weitere Analysen der Phase-III-Studie CRYSTAL haben den therapeutischen Wert von Erbitux  
erneut belegt. Neue Daten zeigen, dass Patienten mit metastasiertem Darmkrebs (mCRC) vom 
KRAS-Wildtyp, bei denen whrend einer Erbitux -basierten Erstlinientherapie ein frhzeitiges 
Schrumpfen des Tumors beobachtet wurde, im Mittel 28,3 Monate lebten  ein Gesamtberleben, 
das bisher noch nie gezeigt werden konnte. Ebenfalls in Phase III der klinischen Entwicklung 
sind die EXPAND-Studie bei Magenkrebs sowie die Studie PETACC-8, die Erbitux  als adjuvante 
Therapie bei Darmkrebs untersucht. 
Erste Ergebnisse der randomisierten Phase-II-Studie BALI-1 haben Hinweise auf das therapeutische 
Potenzial von Erbitux  bei Brustkrebs geliefert. So hatte eine Behandlung mit Erbitux  
in Kombination mit Chemotherapie bei metastasiertem dreifach rezeptornegativem Brustkrebs 
(TNBC, triple negative breast cancer) positive Resultate gezeigt. Bei Patientinnen, die zustzlich 
zur Chemotherapie mit Erbitux  behandelt worden waren, hatte sich das mittlere progressionsfreie 
berleben mehr als verdoppelt. Auch wenn sich das Tumoransprechen nahezu verdoppelte, 
so wurde doch der primre Endpunkt der Studie, die Ansprechrate, nicht erreicht. TNBC ist eine 
aggressive, schwer behandelbare Erkrankung mit hoher Wahrscheinlichkeit fr einen Rckfall 
und Metastasierung. 

Stimuvax : Studienprogramm fortgesetzt, Hrden erfolgreich berwunden 

Im Juni hat Merck das Studienprogramm mit Stimuvax  (liposomaler Impfstoff BLP25) bei Patienten 
mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC), einschlielich der Phase-III-Studien START 
und INSPIRE, fortgesetzt. Die Behandlung und die Rekrutierung von Patienten wurden nach 
Genehmigung der lokalen Behrden und klinischer Ethikkomitees wieder aufgenommen. Dies 
wurde ermglicht durch die Entscheidung der US-amerikanischen Arzneimittelzulassungsbehrde 
Food and Drug Administration (FDA), die Aussetzung der Studien teilweise aufzuheben und die 
Fortfhrung der START-Studie zu genehmigen. Dagegen blieb die Aussetzung der Phase-III-Studie 
STRIDE bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs durch die FDA weiterhin bestehen. 
Merck Serono hat entschieden, diese Studie einzustellen. 
Nach einem vermuteten, unerwarteten, schweren Nebenwirkungsfall waren die Studien im 
Mrz 2010 durch die FDA ausgesetzt worden. Ein Patient, der an einer explorativen Phase-II- 
Studie mit der Krebs-Immuntherapie bei einer Form von Knochenmarkkrebs (Multiples Myelom) 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 

Merck Serono 

Nachhaltig hohes Engagementin der Onkologie-Forschung und-Entwicklung 

teilnahm, war an einer Gehirnentzndung erkrankt. Seit 2007 untersuchen wir in der START- 
Studie die Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie mit Stimuvax  bei Patienten mit inoperablem 
nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom im Stadium III. Die Entscheidung, die Studie durchzufhren, 
grndete auf den Ergebnissen einer randomisierten Phase-IIb-Studie. Hier hatte Stimuvax  
bei einer Untergruppe von Patienten mit lokoregionalem, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs des 
Stadiums IIIb einen Anstieg des Gesamtberlebens von 13,3 Monaten in der Kontrollgruppe auf 
30,6 Monate in der behandelten Gruppe gezeigt. Im Jahr 2009 haben wir in Asien die Phase-III-
Studie INSPIRE in der Indikation NSCLC initiiert. Sollten die Phase-III-Studien erfolgreich abgeschlossen 
werden, knnte diese Krebs-Immuntherapie eine wichtige Rolle in der Behandlung 
von Lungenkrebs-Patienten spielen, deren Therapieoptionen derzeit noch eingeschrnkt sind. 

Langzeitergebnisse aus Cilengitide-Studie an Glioblastom-Patienten 

Cilengitide ist der erste so genannte Integrin-Inhibitor, der in der Onkologie die Phase III in der 
Entwicklung erreicht hat. In der Studie CENTRIC untersuchen wir diesen Wirkstoff bei Glioblastom 
(GBM), der aggressivsten Form von Hirntumoren. Es wird angenommen, dass Integrin-
Inhibitoren zielgerichtet auf Krebszellen und die Blutgefe wirken, die den Tumor versorgen 
und das Wachstum der Krebszellen frdern. Im Jahr 2010 wurden Langzeitdaten einer randomisierten 
Phase-II-Studie mit zwei unterschiedlichen Cilengitide-Dosierungen beim rezidiviertem 
Glioblastom publiziert. Sie haben gezeigt, dass 37 % der Patienten, die die hhere Cilengitide-
Dosierung (2000 mg) erhielten, nach einem Jahr am Leben waren. Die derzeitige Prognose fr 
Patienten mit rezidiviertem Glioblastom ist dagegen mit einem mittleren Gesamtberleben von 
vier bis sieben Monaten und einer Ein-Jahres-berlebensrate von etwa 20 % schlecht. 

Pipeline: Alle Ressourcen fr aussichtsreiche Projekte 

Merck Serono bleibt seinem hohen Engagement in der Onkologie-Forschung und -Entwicklung 
verpflichtet. Unser Ziel ist, Patienten mit hohem medizinischem Bedarf in verschiedenen 
Indikationen zustzliche Therapieoptionen anzubieten. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist 
die Ende 2010 vereinbarte weltweite Forschungs-und Entwicklungskollaboration mit Sanofi-
Aventis. Sie erlaubt die wechselseitige Untersuchung experimenteller Wirkstoffkombinationen. 
Eingeschlossen sind der MEK-Inhibitor von Merck sowie zwei frhe Entwicklungssubstanzen 
des Partners. Wir untersuchen derzeit drei Wirkstoffe in Phase-I-Studien bei soliden Tumoren 
und hmatologischen Indikationen. Des Weiteren laufen fnf Phase-II-Studien in den Indikationen 
Brustkrebs, Kopf-und Halskrebs, nicht-kleinzelliger Lungenkrebs sowie Darmkrebs. 
Da wir in der Pipeline ber eine Vielzahl von Substanzen mit hohem therapeutischem Potenzial 
verfgen, bleiben wir bestrebt, die Projekte voranzutreiben, die den nachhaltigsten Erfolg versprechen. 
Umgekehrt wollen wir solche Projekte frhzeitig beenden oder abgeben, die weniger 
erfolgversprechend sind. So stellen wir sicher, unsere Ressourcen zum Wohl der Patienten 
einzusetzen und die Risiken fr unser Unternehmen zu kontrollieren. Im Jahr 2010 haben wir 
vier Onkologie-Projekte in frhen Phasen eingestellt: In Phase-I-Studien den Aurora-Kinase-
Inhibitor sowie den monoklonalen Antikrper Sonepcizumab und in Phase II das Immunzytokin 
Tucotuzomab Celmoleukin und den monoklonalen Antikrper Adecatumumab. 


Merck-Geschftsbericht 2010 

Rebif  verlngerte bei CIS-Patienten 
Zeitspanne bis zum Ausbruch vonklinisch gesicherter MS signifikant 

Safinamid-Studie verfehlt Endpunkt,
besttigt aber Effekt auf motorischeFunktionen sowie Sicherheitsprofil 

Wirksamkeit von Rebif  bei Klinisch Isoliertem Syndrom belegt 

In unserem Therapiegebiet Neurodegenerative Erkrankungen suchen wir nach neuartigen 
Therapien fr Multiple Sklerose (MS) und die Parkinson-Krankheit  beides Indikationen mit 
hohem ungedecktem medizinischem Bedarf. In der zweijhrigen Phase-III-Studie REFLEX mit 
ber 500 Teilnehmern haben wir untersucht, ob Patienten mit Klinisch Isoliertem Syndrom 
(CIS, Clinically Isolated Syndrome), bei denen das Risiko des Ausbruchs von MS besteht, von 
einer Behandlung mit der serumfreien Formulierung von Rebif  profitieren knnen. Bei diesen 
Patienten ist bislang nur ein einzelner MS-artiger Vorfall wie Seh-oder Empfindungsstrungen 
aufgetreten. Zudem sind in der Kernspintomographie charakteristische Lsionen sichtbar, die auf 
ein hohes Risiko fr den bergang zu einer klinisch eindeutigen Multiplen Sklerose hinweisen. 
Eine gesicherte Diagnose liegt in diesem Frhstadium jedoch noch nicht vor. Die im Oktober 
abgeschlossene Studie hat ihren primren Endpunkt erreicht: Rebif  verlngerte die Zeitspanne 
bis zum Ausbruch von MS bei dieser Patientengruppe signifikant. Derzeit luft die auf drei Jahre 
angelegte, doppelblinde Anschlussstudie REFLEXION zur Bereitstellung von Langzeit-Daten. 

Weiterentwicklung von Cladribin-Tabletten vorangeschritten 

Mit Cladribin-Tabletten entwickelt die Sparte Merck Serono ein Medikament fr die orale 
Kurzzeit-Therapie der schubfrmig verlaufenden Multiplen Sklerose. 2010 erhielten wir Marktzulassungen 
in Russland und Australien, in der EU wurde unser Zulassungsantrag abgelehnt, 
in den USA ist er derzeit in Prfung (siehe Seite 51). Das klinische Entwicklungsprogramm fr 
Cladribin-Tabletten ist darauf ausgelegt, die mglichen therapeutischen Wirkungen von Cladribin-
Tabletten auf die verschiedenen Stadien der Krankheit zu erfassen. Nach erfolgreichem 
Abschluss der CLARITY-Studie luft derzeit eine auf zwei Jahre ausgelegte Anschlussstudie mit 
rund 800 Patienten. Sie soll Daten zur langfristigen Sicherheit und Wirksamkeit von Cladribin-
Tabletten als Monotherapie bei schubfrmiger MS liefern. In der zweijhrigen Phase-III-Studie 
ORACLE-MS werden Cladribin-Tabletten als Monotherapie fr Patienten mit CIS geprft. Im 
November konnten wir die Rekrutierung der ber 600 Studienteilnehmer abschlieen. In der 
Phase-II-Studie ONWARD untersuchen wir die Sicherheit und Vertrglichkeit von Cladribin-
Tabletten als Zusatztherapie zur etablierten Behandlung mit Interferon beta. 

Langzeitstudie mit Safinamid bei Parkinson-Krankheit im Sptstadium abgeschlossen 

Als oral verabreichte Zusatztherapie zur Behandlung der Parkinson-Krankheit, von der allein in 
den Industrielndern schtzungsweise drei Millionen Menschen betroffen sind, entwickeln wir 
Safinamid gemeinsam mit unserem Partner Newron fr verschiedene Stadien der Erkrankung. 
Eine erste Phase-III-Studie mit Safinamid als Begleittherapie zur Standardmedikation Levodopa 
bei Parkinson-Patienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium (Studie 016) hatten wir 2009 
erfolgreich abgeschlossen: Die motorischen Funktionen und Aktivitten des tglichen Lebens 
verbesserten sich bei den mit Safinamid behandelten Patienten im Vergleich zur Placebo-
Gruppe signifikant. Eine ber 18 Monate laufende Anschlussstudie (Studie 018) sollte Daten 
zur langfristigen Wirksamkeit und Sicherheit von Safinamid in dieser Indikation liefern. Die 
Ergebnisse dieser Langzeitstudie gaben wir im November 2010 bekannt: Der primre Endpunkt, 
die mittlere Vernderung im Grad der Bewegungsstrungen (Dyskinesien) nach 24-monatiger 
Behandlung, wurde nicht erreicht. Daher haben wir eine Neueinschtzung des Umsatzpotenzials 
von Safinamid vorgenommen und eine auerordentliche Abschreibung verbucht (siehe 
Seite 19). Dagegen waren die Ergebnisse der Analyse des wichtigsten sekundren Endpunkts 

konsistent mit dem in Studie 016 beobachteten Effekt auf die motorischen Funktionen. Darber 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 

Merck Serono 

Phase-II-Studie mit FGF 18 in neuer 
Indikation, der Behandlung vonKnorpelschden im Knie, gestartet 

hinaus besttigen die Ergebnisse der Studie 018 das Sicherheitsprofil von Safinamid. Mit SETTLE 
luft eine weitere Phase-III-Studie in dieser Indikation. Bei Parkinson-Patienten im Frhstadium 
untersuchen wir Safinamid in der Phase-III-Studie MOTION als Begleittherapie zur Behandlung 
mit einem Dopamin-Agonisten. 

Erfolgswahrscheinlichkeit nach knstlicher Befruchtung erhhen 

Mit unserer Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Fruchtbarkeit wollen wir Paare in 
jeder Phase des Reproduktionszyklus bei der Erfllung ihres Kinderwunsches untersttzen  von 
der Follikelentwicklung bis zur frhen Schwangerschaft. Die innovativen Prparate und Applikationshilfen 
sollen so bequem wie mglich anzuwenden sein und die Chancen auf eine Schwangerschaft 
erhhen. So wollen wir unsere fhrende Stellung bei der Behandlung der Unfruchtbarkeit 
weiter ausbauen. Wir stellen Medikamente, Technologien und untersttzende Dienstleistungen 
in den Mittelpunkt unserer Forschungsaktivitten, um die Erfolgswahrscheinlichkeit nach einer 
In-vitro-Fertilisation (IVF) und so letztlich die Zahl der Geburten zu steigern. 

Rheumatologische Indikationen im Fokus 

Im Bereich der Autoimmun-und Entzndungskrankheiten haben wir unseren Fokus auf 
rheumatologische Erkrankungen gerichtet und unser Therapiegebiet entsprechend umbenannt. 
In Forschung und Entwicklung konzentrieren wir uns dabei auf Molekle, die an wichtigen 
Mechanismen der Entstehung dieser Erkrankungen beteiligt sind. Fr die Behandlung der 
entzndlich-rheumatischen Erkrankung Systemischer Lupus Erythematodes (SLE) entwickeln 
wir das rekombinante Protein Atacicept. Dieser neuartige Wirkstoff blockiert die beiden 
Faktoren APRIL und BlyS, die das Immunsystem beeinflussen. Sie sind wichtig fr berleben 
und Ausbreitung von solchen weien Blutkrperchen (Lymphozyten), die eine abnormale 
Reaktion des Immunsystems gegen krpereigenes Gewebe auslsen. SLE ist eine chronische 
Autoimmunerkrankung, die hauptschlich Frauen betrifft und derzeit noch nicht geheilt 
werden kann. Gegenwrtig fhren wir eine Studie der Phase II/III mit Atacicept bei SLE durch. 
Lupusnephritis (LN) ist eine besonders schwere Form von SLE, bei der die Nieren betroffen 
sind. Wir berarbeiten derzeit den Plan fr die klinische Entwicklung von Atacicept in dieser 
Indikation, nachdem wir 2008 eine Studie der Phase II/III eingestellt hatten. 
Dank seines neuartigen Wirkmechanismus knnte der Fibroblasten-Wachstumsfaktor 18 
(FGF 18) das erste krankheitsmodifizierende Medikament gegen Arthrose und fr die Reparatur 
von verletzungsbedingten Knorpelschden werden. In Laborexperimenten wurde gezeigt, dass 
FGF 18 den Wiederaufbau defekter Gelenkknorpel stimuliert. FGF 18 knnte die Heilung degenerativer 
Gelenkerkrankungen untersttzen. Bei Patienten mit Kniegelenksarthrose haben wir 
eine Phase-I-Studie erfolgreich abgeschlossen, eine weitere klinische Studie bei Arthrose dauert 
an. Die Wirksamkeit von FGF 18 bei der Behandlung von Knorpelschden im Knie untersuchen 
wir in einer Phase-II-Studie, die wir 2010 gestartet haben. 

Forschung und Entwicklung zu Wachstumsstrungen und Stoffwechselerkrankungen 

Ziel unserer endokrinologischen Forschung und Entwicklung ist es, Patienten mit Wachstumsstrungen 
und Stoffwechselerkrankungen neue Therapieoptionen oder verbesserte Versionen 
etablierter Produkte zur Verfgung stellen zu knnen  durch eigene Entwicklungsarbeit oder 
Zusammenarbeit mit Partnern. Jngste Beispiele sind Egrifta (Tesamorelin zur Injektion) zur 
Reduzierung von berschssigem Bauchfett bei HIV-Patienten mit Lipodystrophie und die 
Entwicklung einer Flssigformulierung von Saizen  zur Injektion. 


Die Umstze der bewhrten 
Nasivin -Produktreihe wuchsen im 
Jahr 2010 um 23 % auf 52 Mio EUR. 


Unternehmen 
Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 
Consumer Health Care 

consUmer he alth c are 

Unsere Sparte Consumer Health Care bietet hochwertige Selbstmedikationsprodukte 
fr die Gesundheitsvorsorge und fr die eigenverantwortliche 
Behandlung von leichten Erkrankungen. Zu ihrem Sortiment zhlen globale,
wissenschaftlich fundierte Markenprodukte, denen die Konsumenten 
vertrauen. Consumer Health Care ist in vielen Lndern in Europa, Amerika, 
Asien und Afrika vertreten. 

Wichtigste proDUkte 

 Fr die Beweglichkeit: Produkte zur Strkung der Gelenke und Schmerzlinderung mit den 
Marken Seven Seas , Flexagil , Kytta  
 Fr den tglichen Gesundheitsschutz: probiotische Multivitaminprparate der Produktreihen 
Bion  und Multibionta ; Vitamine und Mineralien mit Marken wie Cebion  und Diabion  
 Fr die Gesundheit von Frauen und Kindern: Femibion , Prparate mit Folsure und 
Metafolin  fr Frauen, zum Beispiel in der Schwangerschaft und Stillzeit; Kidabion  
(Haliborange ), eine Vitaminprparat-Reihe fr Kinder 
 Bei Erkltungsbeschwerden: Schnupfenmittel Nasivin  (Iliadin ); Grippemittel Sedalmerck  
ereignisse 2010 

 Wachstum stabilisiert, in vielen Lndern deutlich ber Marktwachstum 
 Weitere Strkung unserer strategischen Marken, zweistelliges Umsatzwachstum bei 
Femibion , Bion , Seven Seas  und Nasivin  
 Femibion : Wachstumstreiber Polen, Deutschland und Frankreich 
 Bion -Produktfamilie: Starke Zuwchse in Frankreich, Belgien und Chile 
 Nasivin : Starkes Umsatzwachstum in Polen, Russland, Sdafrika und Indien 
 Forschung und Entwicklung weiter ausgebaut 
 Hhere Aufwendungen durch Restrukturierungsmanahmen in China, auerordentliche 
Abschreibungen in Mexiko sowie einen Lagerbrand in Grobritannien 
 Negative Whrungseffekte in Venezuela, einem der grten lateinamerikanischen Mrkte 
der Sparte; positive Effekte in Mexiko, Grobritannien und Indonesien 

Merck-Geschftsbericht 2010 

Vier Gesundheitsthemen im Fokus 

In vielen Lndern ber dem durchschnittlichen 
Marktwachstum 

soliDe UmsatZentWicklUng 

Die Sparte Consumer Health Care hat ihren Wachstumskurs stabilisiert 
und konnte in ihrem Hauptmarkt Westeuropa gemeinsam mit dem Markt 
wachsen. Die weltweiten Umstze unserer strategischen Marken haben sich 
erfreulich entwickelt und verzeichneten Zuwchse im zweistelligen Bereich. 

Konsumenten vertrauen Merck 

Consumer Health Care hat sich auf Produkte zur Selbstmedikation spezialisiert. Im Fokus stehen 
die vier Gesundheitsthemen Erkltungsbeschwerden, Beweglichkeit, Gesundheitsschutz fr jeden 
Tag sowie Gesundheit fr Frauen und Kinder. Den Vertrieb der Produkte bernehmen in der 
Regel die Apotheken, in manchen Lndern und speziellen Mrkten sind es auch Handelsketten, 
Drogerien oder der Versandhandel. Dabei bauen wir auf unsere bekannten Marken und das 
Vertrauen, das ihnen die Konsumenten zum Teil schon seit Jahrzehnten bezglich Qualitt und 
Wirksamkeit entgegenbringen. 

Consumer Health Care | Kennzahlen 

in 
Mio 
EUR 
2010 
2009 
. 
in 
% 


Gesamterlse 4 72 4 67 1,1 
Bruttoergebnis 3 17 3 19  0,8 
F & E-Kosten 25 19 28 
Operatives Ergebnis 1 4 48 71 
Sondermanahmen    
Free Cash Flow 4 5 49 7 
Basis Free Cash Flow 4 5 49 7 
ROS in % 2, 9 10, 3 
Fokuslnder entwickeln sich gut 

Die Gesamterlse der Sparte Consumer Health Care stiegen im Jahr 2010 um 1,1 % auf 
472 Mio EUR. Damit haben wir ein stabiles Wachstum erreicht und sind in unserem Hauptmarkt 
Westeuropa gemeinsam mit dem Markt gewachsen. Organisch konnten wir weltweit um 2,6 % 
wachsen, in vielen Lndern lagen wir ber dem durchschnittlichen Marktwachstum. Unsere 
Strategie setzt auf starke Marken und regionale Expansion, unsere Fokuslnder entwickelten sich 
bis auf wenige Ausnahmen gut. 
In einem wichtigen Markt, Venezuela, machten sich negative Whrungseffekte bemerkbar. 
In China fhrten wir im 3. und 4. Quartal umfangreiche Restrukturierungsmanahmen durch. 
Dadurch, dass wir auerhalb der vier wichtigsten Stdte Peking, Shanghai, Guangzhou und 
Shenzen zu schnell expandierten, ergaben sich groe Lagerbestnde, die nicht an die Endverbraucher 
abverkauft werden konnten. Im Rahmen unserer Kooperation mit der Chinese Medical 
Doctors Association war geplant, unser Produkt Diabion  in den wichtigen Kliniken des Landes 
anzubieten. Allerdings erhielten wir nicht die behrdliche Genehmigung, die den rzten eine 
Verschreibung dieses Produktes ermglicht htte. Um die Effekte in China bereinigt, lag das 
organische Umsatzwachstum der Sparte sogar bei 5,2 %. 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 

Consumer Health Care 

Forschung und Entwicklung ausgebaut 

Das Operative Ergebnis der Sparte Consumer Health Care sank um 71 % auf 14 Mio EUR. 
Beim ROS erreichten wir 2,9 % gegenber 10,3 % im Vorjahr. Der Basis Free Cash Flow lag bei 
45 Mio EUR, ein Minus von 7 %. Zustzlich zu den Ereignissen in China belasteten auerordentliche 
Abschreibungen in Mexiko das Operative Ergebnis. Auerdem verzeichneten wir Verluste 
aus einem Lagerbrand in Grobritannien. Die Ausgaben fr Forschung und Entwicklung 
der Sparte beliefen sich auf 25 Mio EUR und lagen damit um 28 % ber dem Vorjahreswert. 

Strategische Marken verzeichnen Zuwchse 

Die weltweiten Umstze unserer fnf strategischen Marken haben sich mit nur einer Ausnahme 
erfreulich entwickelt und verzeichneten Zuwchse im zweistelligen Bereich. Die Marke Bion  
erzielte ein Plus von 11 % auf weltweite Umsatzerlse von 54 Mio EUR. Hier steuerte Frankreich 
mit 32 Mio EUR den Lwenanteil bei. Das Wachstum bei Femibion  lag sogar bei 24 %, inzwischen 
erzielen wir mit dieser Marke 41 Mio EUR Umsatz. Strkste Mrkte sind hier Deutschland 
und Polen, in jngster Zeit meldet auch Frankreich starke Zuwchse. Seven Seas  verzeichnete 
ein leichtes Umsatzminus von 1,4 % in seinem britischen Kernmarkt, kam aber durch die positive 
Entwicklung in anderen Lndern auf ein Gesamt-Plus von 14 % auf 44 Mio EUR. Nasivin  
wuchs um 23 % auf 52 Mio EUR, getrieben vor allem von der guten Entwicklung in Polen, 
Russland, Sdafrika und Indien. Die Marke Kytta , die vor allem in Deutschland vertrieben wird, 
verbuchte einen Rckgang von 21 % auf 15 Mio EUR. Die Entwicklung von Kytta in Deutschland 
ist durch berproportional steigende Werbeinvestitionen der Mitbewerber im Vergleich zum 
Vorjahr begrndet. 

Strkstes Wachstum bei Femibion  

Europa Region Nummer 1 

Fhrende fnf Markenprodukte nach Umsatzerlsen 2010 
in Mio EUR 
/ 
in 
% 
von 
den 
Gesamtumstzen 
1 Bion  54 11 % 
2 Nasivin  52 11 % 
3 Seven Seas  44 9 % 
4 Femibion  41 9 % 6 
1 
2 
3 
5 Cebion  
6 Andere Produkte 
27 
2 52 
6 % 
54 % 
5 
4 


ber zwei Drittel der Umstze in Europa 

Regional verteilen sich unsere Umsatzerlse zu 71 % auf Europa, zu 17 % auf Lateinamerika 
sowie zu 12 % auf die Region Asien, Afrika, Australien. Europa bleibt damit unser wichtigster 
Markt mit Umsatzerlsen von 331 Mio EUR, einem Plus von 3,8 % gegenber dem Vorjahreszeitraum. 


Frankreich grter Markt 

Unser umsatzstrkstes Land ist weiterhin Frankreich mit 101 Mio EUR Umsatzerlsen, einem 
Plus von 1,8 % gegenber dem Vorjahreszeitraum. Die Bion -Familie konnte sich erneut sehr 
gut entwickeln und ihre Position als zweitgrte Marke im franzsischen Selbstmedikationsmarkt 
und als Nummer eins bei den Nahrungsergnzungsmitteln festigen. Neu eingefhrt 


Merck-Geschftsbericht 2010 

wurde Femibion  Maman Active fr die Gesundheit junger Mtter. Bei der in Frankreich sehr 
bekannten Apaisyl -Produktreihe, die sich auf Mittel gegen Kopfluse, Hautirritationen und 
Pilzerkrankungen konzentriert, kamen neue Prparate gegen Nagelpilz, rissige Hnde und 

Apaisyl -Produktreihe erweitert 
Herpes hinzu. Ebenso wurde die Mdiflor -Reihe erweitert, unter anderem mit einem Mittel 
gegen Halsschmerzen. 

Consumer Health Care | Umsatzerlse nach Regionen 

in Mio EUR 
/ 
in 
% 
der 
Spartenumstze 


1 Europa 
3 31 71 % 

4 


2 Nordamerika 1 0 % 
3 Lateinamerika 81 17 % 3 
4 Asien, Afrika, Australien 57 12 % 2 


1 



Femibion  klarer Marktfhrer in Deutschland 

Deutschland, wo unsere deutsche Tochtergesellschaft Merck Selbstmedikation GmbH 2010 ihr 
40-jhriges Bestehen feiern konnte, hat Grobritannien als unseren zweitwichtigsten Markt abgelst. 
In Deutschland lagen die Umsatzerlse bei 57 Mio EUR, ein Zuwachs von 1,7 %. Femibion , 
vor 15 Jahren in Deutschland eingefhrt, ist mit ber 50 % Marktanteil klarer Marktfhrer in 
seinem Marktsegment und wuchs 2010 um 4,4 %. Hier wurde unter dem Dach von Femibion  das 
probiotische Prparat Flor Intim zum Schutz und Aufbau einer gesunden Vaginalflora eingefhrt. 
Sehr gut entwickelten sich die Umstze bei Cape June , unserer Marke mit Ditprodukten fr den 
Direktvertrieb ber den Teleshoppingkanal QVC. 

Schwieriges Umfeld in Grobritannien 

In Grobritannien sanken die Umsatzerlse in einem schwierigen Umfeld um 0,7 % auf 54 Mio EUR. 
Die Entwicklung von Femibion , 2009 auf den Markt gebracht, verlief nicht so wie erhofft. Einen 
positiven Trend verzeichnete unsere Marke Lamberts Healthcare, die sich auf den Direktvertrieb 
von Nahrungsergnzungsmitteln spezialisiert hat und dabei verstrkt auf E-Commerce setzt. 
In Belgien blieben die Umsatzerlse mit 27 Mio EUR auf hohem Niveau stabil. Ein sehr erfreuliches 
Wachstum verzeichnete Polen mit einem Plus von 18 % auf nunmehr 29 Mio EUR. Stark 
zulegen konnte Consumer Health Care auch in Russland, Ungarn, sterreich und der Trkei. 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 

Consumer Health Care 

Aufwendungen fr Forschungund Entwicklung steigen 

Whrungseffekte in Lateinamerika 

In Lateinamerika ging der Gesamtumsatz um 9,6 % auf 81 Mio EUR zurck. Der Grund dafr 
waren Whrungsverluste in Venezuela, neben Mexiko einem unserer wichtigsten Mrkte in 
Lateinamerika. Obwohl wir organisch um 30 % wachsen konnten, sanken die Umsatzerlse in 
Venezuela um 52 %. Unsere guten Umsatzzuwchse beispielsweise in Mexiko (+7,1 %), Brasilien 
(+14 %) und Chile (+45 %) konnten den Faktor Venezuela hinsichtlich des Gesamtumsatzes 
nicht ganz auffangen. Organisch konnten wir in der Region jedoch um 11 % wachsen. 
Um unsere Position in Lateinamerika auszubauen, ist in Brasilien ein neues Forschungs-und 
Entwicklungszentrum in Betrieb gegangen. Es dient als R&D Hub, also als Forschungs-
Drehscheibe, fr Brasilien und die benachbarten Lnder. Ziel ist, regionale Lsungen fr die 
erfolgreichen strategischen Marken von Consumer Health Care zu entwickeln. Das heit, 
existierende Produkte und zuknftige Entwicklungen aus dem weltweiten Portfolio sollen an 
die regionalen Bedingungen und regulatorischen Vorgaben vor Ort angepasst werden. 

Asien: Wachstum in Hauptmrkten 

In Asien sanken unsere Umsatzerlse um 4,8 %, verursacht durch die bereits beschriebene 
Entwicklung in China. In allen asiatischen Hauptmrkten konnten wir wachsen, zum Beispiel in 
Indonesien (+42 %), auerdem in Indien (+42 %) und Malaysia (+22 %). In Indonesien konnte 
wir mit unserem dortigen Hauptprodukt Sangobion , einem Prparat gegen Eisenmangel und 
Blutarmut fr Kinder und Erwachsene, eine 35-jhrige Prsenz auf dem Markt feiern. In den 
Philippinen verzeichneten wir ein Umsatzplus von 47 %, Haupttreiber dafr war der erfolgreiche 
Start von Sangobion  im Direktvertrieb. 
Der bei Weitem wichtigste Markt auf dem afrikanischen Kontinent, Sdafrika, legte im Jahr 2010 
nach stetigem Wachstum in den Vorjahren erneut sehr deutlich zu, und zwar um 29 % auf 
9,2 Mio EUR. Unsere Slow-Mag -Reihe mit Magnesiumprodukten ist dort mit 70 % Anteil 
klarer Marktfhrer. Mit SlowMag  Active+, einem Magnesiumprparat mit Vitaminen, Ginseng, 
Guarana und Zink, haben wir diese Reihe erweitert. 

Forschung und Entwicklung 

Die 2009 begonnene Restrukturierung in der Forschung und Entwicklung wurde 2010 abgeschlossen. 
Im Rahmen unseres evidenz-basierten Ansatzes bei unseren Selbstmedikationsprodukten 
wurden die Investitionen in klinische Studien erhht, um Indikationen zu erweitern (wie 
etwa im Falle von Kytta ), um erhhte regulatorische Anforderungen zu erfllen und unsere 
Aussagen zur gesundheitsfrdernden Wirkung unserer Produkte dank der Studienergebnisse 
noch strker zu untermauern. Auch im Bereich der Nahrungsergnzungsmittel steigen die 
regulatorischen Anforderungen auf EU-Ebene. Diese erfllen wir durch breit angelegte Studien, 
zum Beispiel bei Bion , Flexagil  und Femibion . 


Milli-Q -Laborwasser-und 
Elix -Reinigungssystem: 
Hochreines Wasser fr die 
Forschungslabore in aller Welt. 


Unternehmen 
Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 
Merck Millipore 

merck millipore 

Mit der am 14. Juli 2010 abgeschlossenen Akquisition von Millipore und 
der damit verbundenen Schaffung der Sparte Merck Millipore entstand 
ein weltweit fhrender Partner fr die Life-Science-Industrie. In der neuen 
Sparte wurden die Geschfte von Millipore mit dem Groteil der Merck-
Sparte Performance & Life Science Chemicals zusammengefhrt. Merck 
Millipore umfasst drei Geschftseinheiten: Bioscience vertreibt Produkte an 
Forschungslabore von Universitten und Life-Science-Unternehmen, Lab 
Solutions beliefert den Life-Science-Markt und andere Industrien mit allgemeinen 
Laboranwendungen, und Process Solutions vermarktet Produkte frdie Herstellung von chemischen und biopharmazeutischen Arzneimitteln. 
Alle drei Geschftseinheiten steigerten ihre Gesamterlse im Jahr 2010. 

Wichtigste proDUktgrUppen 

 Produkte fr Anwendungen in der Proteinforschung und Zellbiologie, z. B. MultiplexImmunoassay-
und ELISA-Kits, Produkte fr den Nachweis von Proteinen sowie Instrumente 
und Kits fr die Durchflusszytometrie 
 Laborchemikalien und Verbrauchsmaterialien fr Forschungs-, Ausbildungs-und industrielle 
Zwecke in Organik, Anorganik, Chromatographie, Lebensmittel-und Umweltanalytik, Mikroskopie 
sowie Gerte fr die Wasseraufreinigung, Verbrauchsmaterialien und Dienstleistungen 
fr unterschiedliche Wasseraufreinigungsanforderungen 
 Produkte fr die Herstellung von biopharmazeutischen Arzneimitteln mit Klrfiltration, 
Reinigung, Virusabreicherung, Sterilfiltration, Prozessberwachung und Prozessentwicklung 
von der Pilotphase bis zur Groproduktion 
ereignisse 2010 

 Millipore-Akquisition am 14. Juli abgeschlossen, Konsolidierung erstmals im 3. Quartal 
erfolgt, Integration nahezu abgeschlossen 
 2010 erwirtschaftete die Sparte Gesamterlse von 1.681 Mio EUR und erzielte eine Umsatzrendite 
von 2,6 % 
 Starkes Umsatzwachstum getragen von regionalen Zuwchsen in Nord-und Lateinamerika 
und Asien, der starken Nachfrage von Biotech-Kunden weltweit und der positiven Auswirkung 
von neuen Produkteinfhrungen 
 Nahezu 40 Prozent ihrer Gesamterlse erwirtschaftete die Sparte in Europa, dem grten 
Markt von Merck Millipore 

Merck-Geschftsbericht 2010 

Mit der Neustrukturierung desUnternehmensbereich Chemie 
in Folge der Akquisition kann

Merck eine fhrende Stellung inschnellwachsenden Mrkten wie der 
Biotech-Industrie einnehmen 

innovationsstrategie schreitet Weiter voran 

Im Jahr 2010 trieb die Sparte ihre Innovationsstrategie mit der Einfhrung 
neuer Schlsselprodukte wie beispielsweise dem Scepter , dem weltweit 
ersten automatischen Zellzhler im Pipettenformat, weiter voran. Mit einem 
breitgefcherten Portfolio richtet sich Merck Millipore am wachsenden 
Bedarf nach integrierten und technisch anspruchsvolleren Tools fr die LifeScience-
Industrie aus. 

2010 erzielte die Sparte Gesamterlse von 1.681 Mio EUR, dies entspricht einem Zuwachs von 
81 %. Merck Millipore ist mit seinen Erlsen und Aufwendungen seit Juli 2010 bercksichtigt. 
Das organische Wachstum der Sparte, also ohne Akquisitions-, aber auch ohne Whrungseinflsse, 
betrug 5,6 %. 

Merck Millipore | Umsatzerlse nach Regionen 

in Mio EUR 
/ 
in 
% 
der 
Spartenumstze 


1 Europa 6 57 39 % 

4

2 Nordamerika 3 94 24 % 


1

3 Lateinamerika 1 57 9 % 

4 Asien, Afrika, Australien 4 65 28 % 

3 


2 


Nahezu 40 % ihrer Gesamterlse erwirtschaftete die Sparte in Europa, dem grten Markt von 
Merck Millipore. In den anderen Regionen konnten nicht zuletzt durch die Akquisition zweistellige 
Zuwchse erzielt werden. Aber auch beim organischen Umsatzwachstum konnte die Sparte 
zulegen und wuchs in Asien sogar in zweistelliger Hhe. 
Das operative Ergebnis der Sparte lag bei 44 Mio EUR, dies entsprach einem Rckgang um 58,7 % 
gegenber dem Vorjahr. Dabei ist zu beachten, dass das Ergebnis 2010 durch Transaktions-und 
Integrationskosten in Hhe von 87 Mio EUR belastet war. Auerdem sind die Herstellungskosten 
und damit die Marge durch Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der Kaufpreisallokation 
fr die bernommenen Vorrte von Millipore mit 86 Mio EUR belastet (siehe hierzu auch die 
Ausfhrungen im Kapitel Ertrags-, Finanz-und Vermgenslage). 
Die Sparte hat zudem die laufenden Abschreibungen auf die erworbenen und im Zuge der Kaufpreisallokation 
angesetzten immateriellen Vermgenswerte getragen. Insgesamt beliefen sich die 
Abschreibungen auf das immaterielle Vermgen auf 96 Mio EUR und betrafen fast ausschlielich 
das zweite Halbjahr 2010. 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 
Merck Millipore 

Merck Millipore | Kennzahlen 

in 
Mio 
EUR 
2010 
2009 


Gesamterlse 1 .6 81 9 29 
Bruttoergebnis 8 71 4 34 
F & E-Kosten 78 32 
Operatives Ergebnis 4 4 1 06 
Sondermanahmen  11 
Free Cash Flow 4.67 2 123 
Basis Free Cash Flow 26 3 12 8 
ROS in % 2, 6 11, 5 
. 
in 
% 


81 
101 
141 
59 
 
 
1 06 

Die Umsatzrendite (ROS) der Sparte belief sich auf 2,6 % gegenber 11,5 % im Vorjahr. Der Basis 
Free Cash Flow der Sparte belief sich auf 263 Mio EUR, im Jahr 2009 war er bei 128 Mio EUR 
gelegen. 

Starke Position in schnell wachsenden Mrkten 

Mit der Neustrukturierung des Unternehmensbereichs Chemie in Folge der Akquisition kann 
Merck eine fhrende Stellung in margenstarken, schnell wachsenden Mrkten einnehmen, z. B. 
in der Biotech-Industrie. Das Unternehmen ist Konjunkturzyklen nun noch weniger unterworfen. 
Die bestndige, belastbare Ertragslage der Sparte Merck Millipore balanciert die Entwicklung des 
Flssigkristallgeschfts von Performance Materials sowie des Unternehmensbereichs Pharma aus. 
Die Sparte Merck Millipore  deutlich geprgt von Innovation, Markenprodukten und wettbewerbsfhiger 
Differenzierung  ist global als strategischer Lieferant in zunehmend wettbewerbsintensiveren 
Branchen aufgestellt. 

bioscience 


Fr eine einfachere und effizientere Forschung 

Mit ihren Produkten fr die Life-Science-Forschung in der Pharmaindustrie, in der Biotechnologie 
und an akademischen Forschungseinrichtungen erwirtschaftete die Geschftseinheit 
Bioscience etwa 20 % der Gesamterlse der Sparte. Ihr Schwerpunkt liegt in der Bereitstellung 
von Lsungen, die dazu beitragen, die Life-Science-Forschung einfacher, effizienter und wirtschaftlicher 
zu machen. 


Merck-Geschftsbericht 2010 

Mehrere tausend Produkte wurden 
fr Anwendungen in der Proteinforschung 
und Zellbiologie entwickelt 

Die Geschftseinheit Bioscience untersttzt mit einer zunehmenden Zahl an Werkzeugen und 
Serviceleistungen Wissenschaftler, die daran arbeiten, komplexe biologische Systeme zu ergrnden 
und neue therapeutische Zielmolekle zu identifizieren und zu charakterisieren. Dies hilft den 
Wissenschaftlern dabei, den gestiegenen Ansprchen gerecht zu werden: So steht die Pharmaforschung 
unter hohem Wettbewerbsdruck, schneller und prziser neue Arzneimittel suchen und 
identifizieren zu mssen. 
Unser Ziel ist es daher, Produkte und Serviceleistungen anzubieten, die Forschungsprozesse vereinfachen 
und validierte integrierte Lsungen bieten. Die Produkte der Geschftseinheit tragen 
zur Weiterentwicklung der Life-Science-Forschung in einer Vielzahl von Bereichen bei  von 
der neurowissenschaftlichen Forschung ber die Erforschung von Infektionskrankheiten und 
metabolischen Strungen, die Onkologie, die Stammzellenforschung sowie die Erforschung von 
zellulrer Signaltransduktion und nukleren Funktionen bis zur Chromatinbiologie. 

Produkte fr Proteinforschung und Zellbiologie 

Die Geschftseinheit Bioscience vermarktet mehrere tausend Produkte, die vor allem fr 
Anwendungen in der Proteinforschung und Zellbiologie bestimmt sind. Dazu gehren Gerte, 
Verbrauchsmaterialien, Reagenzien und Serviceleistungen, die eine bessere Erforschung von 
Krankheiten und biologischen Funktionen ermglichen. Im Mittelpunkt stehen dabei Versuche 
mit biologischen Proben, z. B. Zellen, Proteinen und Nukleinsuren. Auerdem bietet Merck 
Millipore eine Vielzahl von Testkits, die die Produktivitt und Effizienz im Labor erhhen, indem 
sie alle fr die zuverlssige und reproduzierbare Durchfhrung eines bestimmten Versuchs 
erforderlichen Einwegprodukte, Reagenzien und Protokolle in einem Kit bereitstellen. 

Wirkung von Arzneimitteln auf Protein-Biomarker messen 

Fr die Proteinforschung bieten wir Multiplex-Immunoassay-und ELISA-Kits, Produkte fr den 
Nachweis von Proteinen sowie Instrumente und Kits fr die Durchflusszytometrie. Forscher 
nutzen unsere Multiplex-Immunoassay-Kits, um zu bestimmen, welche Proteine auf einen 
Krankheitszustand hinweisen knnen. So knnen die Wirkung eines Arzneimittels auf Protein-
Biomarker gemessen und die Nebenwirkungen eines Prparats bestimmt werden. Mit der Entwicklung 
von Multiplex-Analyse-Kits, Reagenzien und Assays liefern wir wichtige Werkzeuge fr 
die Forschungsfelder Immunologie, Entzndungserkrankungen und metabolische Erkrankungen 
(Diabetes, Adipositas, Herz-Kreislauf-Strungen). 

Integriertes Angebot 

Die Geschftseinheit Bioscience zielt verstrkt auf ein integriertes Angebot von Instrumenten, 
Reagenzien-Kits, validierten Protokollen sowie technischem Service. Ein Beispiel fr diesen Ansatz 
ist das Gebiet der Durchflusszytometrie: Hier knnen Zellbiologen direkt an ihrem Arbeitsplatz 
von den Vorteilen dieser Analysemethode profitieren. 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 

Merck Millipore 

Eine groe Herausforderung fr unsere Kunden besteht darin, schneller aussichtsreiche 
Arzneimittelkandidaten aufzuspren und sicherzustellen, dass diese in klinischen Studien oder 
nach Markteinfhrung keine unerwnschten oder unerwarteten Nebenwirkungen zeigen. Aus 
Effizienz-und Wirtschaftlichkeitserwgungen fhren Kunden diese Forschungsarbeiten nicht 
selbst durch, sondern beauftragen die Geschftseinheit Bioscience. Wir bieten Dienstleistungen 
zur Identifizierung neuer Zielmolekle und erhalten Erkenntnisse, wie wir die Wirksamkeit von 
Arzneimitteln verbessern und gleichzeitig Nebenwirkungen vermeiden knnen. 
Das Leistungsangebot von Merck Millipore ermglicht Kunden ein besseres Verstndnis der 
Sicherheit und Wirksamkeit von biologischen Arzneimitteln und Impfstoffen. Im Zuge der 
vermehrten Entwicklung biologischer Arzneimittel greifen Unternehmen auf unsere Expertise 
zurck, um die Wirksamkeit dieser Prparate zu bewerten. 
Wir bieten unseren Kunden Zugang zu einem umfassenden Serviceportfolio fr die Bewertung 
und Entwicklung derartiger Therapien  von der Arzneimittelforschung bis zur Markteinfhrung. 
Abgedeckt werden die Bereiche Biomarker-Analysen, Assay-Transfer/-Entwicklung, Validierung 
und Probenanalysen ebenso wie Pharmakokinetik, Toxikokinetik, Immunogenitt, biologische 
Wirksamkeit sowie Impfleistungen. 

lab solUtions 

Beitrag zu besten Leistungen in Wissenschaft und Analytik 

Die Geschftseinheit Lab Solutions beliefert eine Vielzahl unterschiedlicher Industrien mit 
Produkten fr Laboratorien im Forschungs-, Analyse-und Klinikbereich. Sie erzielt etwa 40 % 
der Gesamterlse der Sparte und ist einer der fhrenden Anbieter von Laborchemikalien, Laborwassergerten 
und Verbrauchsmaterialien. Merck Millipore verfgt ber jahrelange Erfahrung 
in der Entwicklung von Verpackungskonzepten und Chemieverpackungen zum Schutz qualitativ 
hochwertiger Lsungsmittel bis zu ihrem Einsatz. Darber hinaus ist die Sparte der fhrende 
Anbieter fr Laborwasser und Technologien zur Wasseraufbereitung.
Fr den Bereich der Anorganik bieten wir hochreine Reagenzien, z. B. Salze, Suren, tzalkalien, 
Malsungen, Puffer, Referenzmaterialien fr die instrumentelle Analytik und Produkte fr die 
anorganische Spurenanalyse. Fr die Organik stehen Basisprodukte fr die Synthese zur Verfgung. 
Dazu zhlen Bausteine, Reagenzien und Lsungsmittel, die am hufigsten in der organischen 
Synthese verwendet werden  vom Labor bis hin zu Massenprodukten. 
Als Anbieter von Chromatographieprodukten treibt Merck Millipore auch die Entwicklung analytischer 
Trennverfahren voran. Der Produktschwerpunkt liegt auf der analytischen Hochleistungs-
Flssigchromatographie (HPLC) und auf Innovationen bei den monolithischen HPLC-Sulen der 
Marke Chromolith  fr ultraschnelle Trennungen. 


Merck-Geschftsbericht 2010 

Hohe Anforderungen in der Lebensmittel-und Umweltanalytik 

Auf den wachsenden analytischen Bedarf haben wir unsere Testsysteme fr die Lebensmittel-, 
Wasser-und Abwasseranalyse, Spektralphotometrie und Qualittskontrolle zugeschnitten. Dazu 
gehren Produkte wie das Spektrophotometer Spectroquant  Pharo und das Spectroquant  
Colorimeter Picco Cl2/O3/ClO2/CyA/pH sowie eine erweiterte Produktlinie von visuellen Sofort-
Test-Kits wie die Merckoquant  Teststreifen. 
Hinzu kommen visuelle Test-Kits, z. B. pH-Indikatorstbchen und -papier, Aquamerck , Microquant 
 und Aquaquant , sowie Prfgerte wie Reflectoquant  und Turbiquant . Die Produktpalette 
im Bereich der Mikroskopie ist auf die klassische Hmatologie, Zytologie, Histologie und 
Bakteriologie zugeschnitten. Laborbedarf und Produkte von Drittanbietern runden das Angebot 
fr Labore in Forschung und Qualittskontrolle sowie im analytischen und klinischen Bereich ab. 

Kompetenzbereich Bio-Monitoring 

Zu den Kompetenzbereichen der Geschftseinheit Lab Solutions zhlt auch das Bio-Monitoring. 
Unsere Produkte untersttzen unsere Kunden in der Pharma-und Biopharma-Branche sowie der 
Lebensmittelindustrie dabei, mikrobiologische Verunreinigungen zu erkennen sowie Protein-und 
Zell-Analysen durchzufhren. Die Geschftseinheit vertreibt darber hinaus Membranen, Antikrper 
und andere diagnostische Reagenzien an Hersteller von Diagnostika-und medizinischen 
Gerten. Auch Getrnkehersteller profitieren vom Einsatz der Bio-Monitoring-Produkte zur 
Erkennung von mikrobiologischer Kontaminierung durch Bakterien und Hefe. 
Darber hinaus konzentrieren wir uns auf die Weiterentwicklung von Technologien, die schneller 
und nachweisempfindlicher sind, so dass Arzneimittelhersteller Verunreinigungen zu einem 
frheren Zeitpunkt des Produktionsprozesses feststellen knnen. Mit diesen Produkten kann die 
Zeit zwischen Test und Ergebnis von Tagen oder Wochen auf Stunden verkrzt werden. 

Gerte zur Wasseraufreinigung und Laborprodukte 

Als fhrender Anbieter von Laborwasseranwendungen bietet Merck Millipore zudem Gerte, 
Verbrauchsmaterialien und Dienstleistungen fr unterschiedliche Wasseraufreinigungs-Anforderungen 
an. Sie ermglichen die Filtrierung von Mikroorganismen, gelsten Gasen, anderen Partikeln 
oder organischen und anorganischen Verbindungen aus dem Wasser. Das ist wichtig, denn 
die Qualitt des verwendeten Wassers beeinflusst die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse 
entscheidend. Verunreinigtes Wasser kann das Ergebnis von wissenschaftlichen Experimenten 
nachhaltig beeinflussen. Die Anforderungen an die Qualitt des Wassers hngen wesentlich von 
der Komplexitt des wissenschaftlichen Experiments ab. Fr komplexere Versuche bentigt man 
ultrareines Wasser. 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 

Merck Millipore 

Mit Produkten und Dienstleistungenwerden Entwickler und Hersteller 
von Biopharmaka untersttzt 

Das Portfolio der Geschftseinheit 
deckt smtliche Bereiche der 
pharmazeutischen Produktion ab 

process solUtions 

Ressourcen bndeln 

Die Geschftseinheit Process Solutions liefert Produkte fr die Herstellung von biopharmazeutischen 
Arzneimitteln. Sie erwirtschaftet etwa 40 % der Gesamterlse der Sparte. Process 
Solutions untersttzt Pharma-und Biotechnologieunternehmen bei der sicheren und effizienten 
Entwicklung und Herstellung von Arzneistoffen. Durch die Bndelung der Ressourcen von 
Millipore und Merck knnen wir unser Produktangebot an integrierten Bioprozesstechnologien 
erweitern und Herstellern von Biopharmaka zugleich ein attraktives Spektrum an Entwicklungs- 
und regulatorischen Dienstleistungen bieten. 

Biologische Sicherheit 

Die Geschftseinheit untersttzt mit ihren Produkten die Klrfiltration, Reinigung, Virusabreicherung, 
Sterilfiltration, Prozessberwachung und Prozessentwicklung von der Pilotphase bis 
zur Groproduktion. Das Portfolio trgt zur biologischen Sicherheit bei, z. B. mit Produkten fr 
die Steril-und Virusfiltration oder mit Gertesystemen fr Downstream-Prozesse. 
Mit dem umfangreichen Angebot an Produkten und Dienstleistungen fr die Aufreinigung, z. B. 
Ultrafiltration und Chromatographie, untersttzt Merck Millipore Biopharmaka-Entwickler und 
-Hersteller bei der effizienten und wirksamen Reinigung von Biopharmaka. Diese Produktreihe 
umfasst u.a. Pelicon  fr die Tangentialflussfiltration, Millistak  Pod und Prostak fr die 
Klrfiltration sowie die ChromaSorb-und ProSep -Prozessmedien fr die Chromatographie. 
Aus dem Chromatographiegeschft von Merck wird das Portfolio an Reinigungsprodukten um 
Fractogel  und Eshmuno  ergnzt. 

Fortschrittliche Trennverfahren 

Die Einwegprodukte der Mobius -Linie verbinden als integrierte Lsungen fortschrittliche 
Trennverfahren und Einwegprodukte mit der Anwendungsexpertise und fachlichen Validierungsuntersttzung 
von Merck Millipore. Bei den FlexReady-Lsungen von Mobius  handelt es 
sich um optimierte, ganzheitliche Einweglsungen, die die einsatzfertigen Gertesysteme mit 
Mobius -Flexware-Filtereinheiten verbinden. 
Da zeitaufwndige Schritte fr Reinigung, Sterilisation und Zusammenbau entfallen, reduziert 
der Bioreaktor Mobius  CellReady 3L  ein Einweg-Bioreaktor mit Rhrtank  die fr Glas-
Bioreaktoren typischen Stillstandszeiten erheblich. Dadurch knnen Prozessentwicklungsingenieure 
ihre Zeit im Labor optimal nutzen und schneller zu Ergebnissen gelangen. 

Pharmazeutische Hilfsstoffe 

Darber hinaus deckt das Portfolio der Geschftseinheit smtliche Bereiche der pharmazeutischen 
Produktionskette ab. Neben regulierten Ausgangs-und Arzneimittelwirkstoffen werden 
unsere pharmazeutischen Rohstoffe z. B. aus der Produktlinie Parteck  als Hilfsstoffe bei der 
Herstellung von festen, halbfesten und flssigen Formulierungen eingesetzt. Zusatzstoffe beispielsweise 
fr Zellkulturen ergnzen das Angebot an Produkten und Dienstleistungen fr den 
Upstream-Prozess. Das Produktprogramm der Hilfs-und Wirkstoffe fr den pharmazeutischen 
Produktionsprozess ist bei Merck unter dem Namen Emprove  gebndelt. 


Ultraflache Fernseher: Bessere 
Bildqualitt, hhere Kontraste 
und weniger Energieverbrauch 
durch PS-VA-Technologie. 


Unternehmen 
Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 
Performance Materials 

performance material s 

Flssigkristalle von Merck kommen rund um den Globus zum Einsatz: 
In LCD-Fernsehern, Monitoren, Tablet-Computern, Notebooks, Mobiltelefonen 
oder Digitalkameras. Neben Hightech-Chemikalien und Materialien 
fr Flssigkristall-Bildschirme bietet die Sparte Performance Materials 
auch neue Beleuchtungs- und Displaytechnologien wie OLEDs sowie Effektpigmente 
fr die Kunststoff-, Druck-und Lackindustrie. Unsere Pigmente 
finden zudem bei der Hautpflege und in der dekorativen Kosmetik Verwendung. 
Angesichts des Klimawandels und hoher Energiepreise befassen wir 
uns auch mit Wachstumsmrkten im Feld der erneuerbaren Energiequellen. 
Wir arbeiten daran, Sonnenenergie effizient zu nutzen oder entwickeln 
innovative Technologien fr energiesparende LEDs. 

Wichtigste proDUkte 

 licristal   Flssigkristallmischungen fr Displays 
 Iriodin   Perglanz-Pigment fr vielfltige Farbeffekte 
Weitere proDUktgrUppen 

 livilux   Materialien fr OLEDs (organische lichtemittierende Dioden) in Displays und fr 
innovative Beleuchtung 
 isishape   effiziente und umweltfreundliche Hilfsmittel zur Strukturierung von Solarzellen 
und berhrungsempfindlichen Bildschirmen (Touchscreen) 
 Innovative Effektpigmente z. B. das Glitzereffekte erzeugende Xirallic , die bei Lackierung, 
Verpackung und Produktdesign eingesetzt werden und die neben dekorativen auch sicherheitsrelevante 
Aspekte, wie zum Beispiel Marken-oder Flschungsschutz, bercksichtigen 
ereignisse 2010 

 Wachsende Nachfrage nach High-Tech-Flssigkristallen von Merck: Gesamterlse steigen 
um 38 % gegenber dem Vorjahr 
 Technolologiefhrer mit innovativen Flssigkristallmischungen, beispielsweise der PS-VA-
Technologie (Polymer Stabilized Vertical Alignment) 
 Gesamterlse der Geschftseinheit Pigments um 37 % hher als im Krisenjahr 2009 
 Produktionskapazitten bei Flssigkristallen und Pigmenten auf hohem Niveau ausgelastet 
 Operatives Ergebnis von 218 Mio EUR auf 580 Mio EUR mehr als verdoppelt 
 Neues Chemie-Forschungszentrum am Standort Darmstadt eingeweiht, mit 50 Mio EUR 
grte Einzelinvestition fr Forschung und Entwicklung im Unternehmensbereich Chemie 

Merck-Geschftsbericht 2010 

Das neue Chemie-Forschungszentrum 
in Darmstadt war mit 
50 Mio EUR die grte Investition 
der Forschung und Entwicklung imUnternehmensbereich Chemie 

krftig gestrkt 

In der neuen Sparte Performance Materials, die nach der am 14. Juli abgeschlossenen 
Akquisition des US-amerikanischen Life-Science-Unternehmens 
Millipore entstand, bndelt Merck seine Materialiengeschfte und -aktivitten 
 aufgegliedert in die Geschftseinheiten Liquid Crystals, Pigments 
und Cosmetics sowie den Bereich Advanced Technologies mit seinen Materialien 
fr LEDs (Leuchtdioden) und Photovoltaik sowie weitere innovative 
Technologien. 

Die Produktionskapazitten sowohl bei den Flssigkristallen als auch bei den Pigmenten waren 
auf hohem Niveau ausgelastet und spiegelten die Erholung vom Abschwung im Jahr 2009 
wider. Die Gesamterlse der Sparte stiegen 2010 um 38 % von 1.006 Mio EUR im Vorjahr auf 

1.384 Mio EUR. Positive Whrungseffekte trugen mit 9,7 % und organisches Wachstum mit 
27 % zu dieser Steigerung bei. Mehr als 70 % ihrer Gesamterlse erwirtschaftete die Sparte mit 
ihren Flssigkristallen. Da das Bruttoergebnis mit 925 Mio EUR (2009: 478 Mio EUR) strker 
stieg als die Aufwendungen, konnte sich das Operative Ergebnis der Sparte von 218 Mio EUR 
auf 580 Mio EUR mehr als verdoppeln. Die Umsatzrendite erhhte sich von 21,7 % im Vorjahr 
auf 41,9 %. Der Basis Free Cash Flow lag bei 549 Mio EUR, im Jahr zuvor waren es 304 Mio EUR. 
Performance Materials | Kennzahlen 

in 
Mio 
EUR 
2010 
2009 
. 
in 
% 


Gesamterlse 1 .3 84 1.0 06 38 
Bruttoergebnis 9 25 4 78 93 
F & E - Kosten 127 1 09 17 
Operatives Ergebnis 58 0 2 18 166 
Sondermanahmen  1 1  
Free Cash Flow 54 2 288 88 
Basis Free Cash Flow 54 9 30 4 81 
ROS in % 4 1, 9 21, 7 
Um unsere Fhrungsposition unter anderem bei Displaymaterialien zu verteidigen und auszubauen, 
investierten wir weiterhin in die Forschung und Entwicklung. Die F&E-Aufwendungen 
erhhten sich 2010 von 109 Mio EUR im Vorjahr auf 127 Mio EUR. So wurde im September 
das neue Chemie-Forschungszentrum am Standort Darmstadt eingeweiht, mit 50 Mio EUR die 
grte Einzelinvestition der Forschung und Entwicklung im Unternehmensbereich Chemie. 
Auf rund 11.000 Quadratmetern Nutzflche beherbergt es unter anderem Teile der Flssigkristall-
sowie die OLED-Forschung (organische lichtemittierende Dioden). Dort arbeiten unsere 
Forscher auch an Materialien fr mobile Energiespeicher, beispielsweise fr Fahrzeuge mit 
Hybrid-oder Elektroantrieb. 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 

Performance Materials 

liQUiD crystals 

Aufwrtstrend fortgesetzt 

Die steigende Nachfrage nach High-Tech-Flssigkristallen von Merck hat 2010 zu einem Anstieg 
der Gesamterlse auf 1.013 Mio EUR gefhrt  38 % mehr als im Jahr zuvor. Dass sich das 
weltweite Geschft mit Flssigkristall-Bildschirmen nach dem krisenbedingten Einbruch 2009 
zgig erholte, zeigte auch die Quartalsentwicklung der Geschfteinheit Liquid Crystals. Sie setzte 
2010 ihren Aufwrtstrend weiter fort und erreichte im 2. Quartal mit einem Zuwachs von 50 % 
Rekorderlse von 284 Mio EUR. Allein im ersten Halbjahr stiegen die Gesamterlse gegenber 
dem Vorjahreszeitraum um 63 % auf 523 Mio EUR, das Operative Ergebnis verbesserte sich um 
das Vierfache auf 263 Mio EUR. Im 3. und 4. Quartal lieen einsetzende Bestandskorrekturen auf 
dem LCD-Markt seitens der Displayhersteller, die ihre Produktion drosselten, sowie leicht unvorteilhafte 
Wechselkurse die Gesamterlse etwas niedriger ausfallen. Diese befinden sich aber nach 
wie vor auf hohem Niveau. 

Performance Materials | Umsatzerlse nach Regionen 

in Mio EUR 
/ 
in 
% 
der 
Spartenumstze 


1 Europa 1 27 9 % 

1 


4 Asien, Afrika, Australien 1 .1 18 81 % 

2

2 Nordamerika 99 7 % 


3 


3 Lateinamerika 33 3 % 

4 


Neue Technologie wie LED-Hinter


grundbeleuchtung, 3-D-Funktionalitt 
sowie Internetfhigkeit prgenden Trend auf dem Fernsehmarkt 

Die starke Nachfrage nach Flssigkristallen 
auf PS-VA-Basis belebte 
das Geschft mageblich 

Das Marktforschungsinstitut DisplaySearch erwartet bis zum Jahr 2014 ein jhrliches Liefervolumen 
von Flssigkristall (LCD)-Fernsehern von ber 268,8 Millionen Gerten. Die strkere 
Nachfrage nach LCD-Gerten ist eng verknpft mit neuen Technologien wie LED-Hintergrundbeleuchtung, 
3-D-Funktionalitt sowie Internetfhigkeit. 

Neue Display-Technologien weiter auf dem Vormarsch 

Die insgesamt deutliche Steigerung der Gesamterlse 2010 und die hohe Auslastung unserer 
LC-Produktion beruhte zum Groteil auf der starken Nachfrage nach Flssigkristallen auf Basis 
der patentgeschtzten PS-VA-Technologie (Polymer Stabilized Vertical Alignment), mit der 
Merck seine Technologiefhrerschaft weiter ausbauen konnte. Die technischen Vorteile von 
PS-VA sind neben einer besseren Bildqualitt bei bewegten Bildern schnellere Schaltzeiten, 
hherer Kontrast und strkere Helligkeit bei geringerem Energieverbrauch. 


Merck-Geschftsbericht 2010 

OLED-Technologie frenergieeffizientere Lichtemission 

Die PS-VA-Technologie erffnet den LCD-Herstellern neue Mglichkeiten, bisher unerreichte 
Bildschirm-Eigenschaften zu verwirklichen  wrmere und natrliche Farben, rumliche 
Darstellung, lebendigere Bewegungsablufe. In Taiwan, Korea und Japan wird diese Technologie 
bereits in der Massenproduktion eingesetzt. Ist von LED-Fernsehern die Rede, ist damit lediglich 
die Hintergrundbeleuchtung durch LEDs (Lichtemittierende Dioden) gemeint, die den Kontrast-
wert von LCD-Fernsehern erhht und den Energieverbrauch senkt. Die Bilddarstellung wird 
dadurch noch naturgetreuer. Einzelne Teile der beleuchteten Flche, die ein tiefes Schwarz 
darstellen sollen, lassen sich separat dimmen oder ganz abschalten. Dadurch wird ein kontrastreicheres 
Bild ermglicht. Auf diese Weise werden die Vorteile von LED und LCD kombiniert. 
Weitere wesentliche Vorteile liegen im niedrigen Energieverbrauch und der geringeren Gehusetiefe 
der Flachbildschirme. 

Flssigkristalle fr 3-D-Fernseher und Tablet-PCs 

Darber hinaus liefert Merck innovative Flssigkristallmischungen, die unter anderem fr 
3-D-Fernseher und Bildschirme der immer populrer werdenden Tablet-PCs bentigt werden. 
Aber auch die Flssigkristallmischungen fr 3-D-Spezialbrillen, die fr das 3-D-Fernsehen 
bentigt werden, sowie Leuchtstoffe der Marke isiphor  fr die LED-Hintergrundbeleuchtung 
trugen zum positiven Geschftsverlauf bei. 
Des Weiteren arbeiten wir an reaktiven Mesogenen  polymerisierbaren Flssigkristallen, die 
zum Beispiel als Material fr optische Filme eingesetzt werden knnen. Sie tragen zur Verbesserung 
der Bildqualitt und des Energieverbrauchs von 2-D-oder auch 3-D-Bildschirmen bei. 

Neues LC-Forschungszentrum in Korea 

Mit der Einweihung des Advanced Technology Center in Poseung in Korea haben wir zustzliche 
Mglichkeiten zur Erforschung und Entwicklung neuester Flssigkristall-Technologien 
geschaffen und den Grundstein fr weitere Innovationen gelegt. 11 Mio EUR haben wir in dieses 
Forschungszentrum investiert. 

OLED-Technologie schreitet zgig voran 

Auch auerhalb der Flssigkristalltechnologie beschftigen sich unsere Forscher mit Materialien 
fr innovative Displays. Hier stehen besonders die OLED-Materialien im Fokus der Entwicklung. 
Sie kommen bereits in Mobiltelefonen oder MP3-Gerten zur Anwendung. Zur Weiterentwicklung 
der OLED-Technologie engagieren wir uns verstrkt in Forschungs-Netzwerken. Um die Entwicklung 
neuer Materialien fr OLEDs aus Lsung (NEMO) dreht sich ein Projekt, in dem sich Merck 
als Konsortialfhrer gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft engagiert. Ziel 
dieser vom deutschen Bundesministerium fr Bildung und Forschung gefrderten Kooperation 
ist die Entwicklung innovativer lslicher Materialien fr den Einsatz in groflchigen OLED-
Bauteilen, etwa fr Flachbildschirme, elektronische Verkehrsschilder oder Beleuchtungssysteme. 
Eine OLED ist ein dnnfilmiges, leuchtendes Bauelement aus organischem, halbleitendem 
Material. Hergestellt auf Glasplatten oder flexiblen Substraten knnen OLED-Kacheln weies 
Licht emittieren, das gleichmiger und energieeffizienter als das Licht von herkmmlichen 
Leuchtstofflampen ist. Es unterscheidet sich von anorganischen Leuchtdioden (LED) dadurch, 
dass Strom-und Leuchtdichte geringer und keine kristallinen Materialien erforderlich sind. 
Sie verbrauchen wenig Energie und bieten aus fast jedem Blickwinkel ein perfektes Bild. Die 


Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 

Performance Materials 

Flexible Solarzellen  neue Anstze 
in der Materialentwicklung 

OLED-Technologie ermglicht durch die Verwendung ultradnner leuchtender Schichten die 
Herstellung einzigartiger, groflchiger, homogener Leuchtflchen mit einer Gesamtschicht-
dicke von nur wenigen Millimetern. 
Im Vergleich zum heute gngigen Vakuum-Verdampfungsprozess sollen insbesondere die 
Skalierbarkeit, Strukturierbarkeit und Beschichtungseffizienz deutlich verbessert werden. Die 
NEMO-Projektpartner setzen dabei auf lsliche, phosphoreszierende Materialien fr Rot-, 
Grn-und Blau-Anwendungen. Um zgig marktfhige Lsungen zu erreichen, werden parallel 
dazu verschiedene Injektions-, Transport-und Elektrodenmaterialien sowie Klebstoffe erforscht, 
bewertet und auf ihre Leistungsfhigkeit hin getestet. Auerdem arbeitet Merck als fhrender 
Hersteller von Hochleistungs-OLED-Materialien gemeinsam mit der Technischen Universitt 
Braunschweig und dem US-Unternehmen Applied Materials in einem Projekt namens Light 
InLine an Verfahren, die die Herstellkosten von Leuchten mit organischen Leuchtdioden (OLED) 
senken sollen. 

Schlsseltechnologie Photovoltaik 

Die Photovoltaik ist eine der Schlsseltechnologien, wenn es um erneuerbare Energiequellen 
geht. Hier konzentriert sich Performance Materials auf die Entwicklung von Materialien und 
Drucktechnologien fr die Herstellung von Solarzellen. In der isishape -Reihe bieten wir den 
Herstellern von kristallinen Solarzellen schon heute druckbare Strukturierungsmaterialien an, 
die die Leistung der Zellen verbessern und umweltfreundliche Produktionsprozesse ermglichen. 
Mit der Materialplattform lisicon  bieten wir unseren Kunden organische Halbleiter fr flexible, 
robuste und gedruckte organische Solarzellen (OPV) an. Die Weiterentwicklung der Materialien ist 
entscheidend, um durch hhere Zell-Effizienzen den Zugang zu Massenmrkten zu ermglichen. 
In diesem Zusammenhang verfolgt Merck in einem vom deutschen Forschungsministerium 
gefrderten Entwicklungsprojekt gemeinsam mit anderen fhrenden Industrieunternehmen das 
Ziel, bis 2012 vollgedruckte, flexible Solarzellen mit mindestens 10 % Effizienz zu verwirklichen. 
In unserem englischen Forschungszentrum in Chilworth, Southampton, gehen wir intensiv diesen 
Fragestellungen nach. 
Parallel arbeiten wir in Zusammenarbeit mit fhrenden Partnern weltweit an neuen Technologien, 
beispielsweise an farbstoffsensibilisierten Solarzellen. Sie ahmen den Prozess der 
Photosynthese in der Natur nach. Die in den farbstoffsensibilisierten Solarzellen befindlichen 
Elektrolyten basieren zunehmend auf der Nutzung ionischer Flssigkeiten, bei deren Entwicklung 
und Herstellung Merck eine weltweit fhrende Rolle einnimmt. Der Einsatz von ionischen 
Flssigkeiten erffnet die Mglichkeit, sowohl starre als auch flexible Solarzellen mit hoher 
Effizienz und Stabilitt herzustellen. Durch diese Besonderheit werden in der Zukunft viele 
neue Anwendungsgebiete entstehen. 

Wissenschaftliche Kooperationen 

Gemeinsam mit der Albert-Ludwigs-Universitt in Freiburg haben wir im November ein Projekt 
zur Entwicklung und Herstellung neuer Batterie-Materialien gestartet. Im gemeinsam betriebenen 
Merck Battery Materials Lab sollen fundamental neue Leitsalze fr Lithium-Ionen-Batterien fr 
Hybrid-und Elektroautos entwickelt werden. 
Mit solchen so genannten Konzeptlaboren verfolgt Merck bereits seit 2006 einen neuen Ansatz, 
um leistungsfhige Kooperationen mit externen und internen Partnern sowie ein internationales 


Merck-Geschftsbericht 2010 

Der Aufschwung ist auch der deutlich 
gestiegenen Nachfrage in derAutomobilindustrie zu verdanken 

Forschungs-und Technologie-Netzwerk aufzubauen. Diese Konzeptlabore sind dabei ein 
wichtiger Bestandteil der zentralen Geschftseinheit Advanced Technologies (AT) der Sparte 
Performance Materials, deren Aufgabe es ist, unter Nutzung neuer chancenreicher Technologien 
innovative Produkte bis zur Marktreife zu entwickeln. 
Die Standorte der Konzeptlabore sind nach so genannten globalen Hot Spots der akademischen 
Forschungslandschaft international auf die strategischen Wachstumsfelder der Chemie ausgerichtet. 
Unter systematischer Verwendung des internen Know-hows und der Kernkompetenzen 
von Merck werden dort die Voraussetzungen geschaffen, mit Untersttzung von externem Wissen 
und unter Bercksichtigung von Einlizenzierungs-, Kooperations- und Frdermglichkeiten neue 
Technologien und innovative Produkte fr das Chemiegeschft von Merck zu entwickeln. 
Merck-Konzeptlabore befinden sich in Darmstadt, Heidelberg, Atsugi (Japan) und Boston (USA). 
Darber hinaus arbeitet Merck in einem Netzwerk mit deutschen Unternehmen und Universitten 
an Konzepten fr die kostengnstige Massenproduktion von organischen elektronischen 
Schaltungen, Speichern und Sensoren, die Energiegewinnung durch organische Photovoltaik 
sowie die Senkung des Energieverbrauchs durch sparsamere organische Leuchtdioden. Zur 
Umsetzung des Projekts haben die Partner, die eine Schrittmacherposition einnehmen, eine 
gemeinsame Plattform gegrndet: die InnovationLab GmbH mit Sitz in Heidelberg. 

pigments / cosmetics 

Vom Nachfrageeinbruch erholt 

Das Pigmentgeschft hat sich von der weltweit schwachen Nachfrage im Jahr 2009 wieder 
krftig erholt. Die Gesamterlse der Geschftseinheit Pigments lagen 2010 mit 325 Mio EUR 
um 37 % hher als im vorangegangenen Krisenjahr. Besonders hoch fielen die Gesamterlse im 

3. Quartal aus. Dieser Aufschwung ist der deutlich gestiegenen Nachfrage in der Automobilindustrie 
zu verdanken, die wieder auf das Niveau von vor der Wirtschaftskrise zurckkehrte oder 
dieses sogar bertraf. Mit Effektpigmenten fr Autolacke ist Merck ein wichtiger Zulieferer der 
Branche. 
Die nach lngerer Zurckhaltung wieder erstarkte Nachfrage nach Konsumgtern und ein 
allgemein belebtes Konsumklima wirkten sich auch positiv auf das Geschft mit Pigmenten fr 
Kunststoffe, Druckerzeugnisse und Kosmetikprodukte aus. Positive Whrungseffekte bescherten 
der Geschftseinheit zustzlichen Rckenwind. 
Zudem konzentrieren wir unsere Innovationsanstrengungen weiterhin auf ertragsstarke 
Pigmente wie beispielsweise die Candurin -Pigmente als Farbberzug fr Lebensmittel und 
Medikamente. Dazu kommt die Pyrisma-Produktfamilie, die einen breiten Farbraum abdeckt 
und dabei intensive Effekte bietet. 
Produktionskapazitten unter voller Auslastung 

Die allgemein starke Auftragslage fhrte dazu, dass unsere Produktionskapazitten seit 
Mrz 2010 wieder unter voller Auslastung arbeiten. So haben wir einen Teil der klassischen 
Pigment-Produktion von Onahama in Japan nach Gernsheim in Deutschland verlagert, um am 
japanischen Standort die Kapazitten fr die Xyrallic -Pigment-Produktion ausbauen zu knnen. 
Grund dafr ist die starke Nachfrage nach diesen Pigmenten aus Aluminiumoxidplttchen 

 speziell aus der Automobilindustrie. 

Unternehmen Lagebericht Corporate Governance Konzernabschluss Hinweise 

Performance Materials 

Das Portfolio funktioneller 
Fllstoffe fr die Kosmetik wurde 
signifikant erweitert 

Zudem haben wir am japanischen Standort Onahama im Oktober den Grundstein fr den Bau 
einer neuen Anlage zur Herstellung von Meoxal gelegt. Die kommerzielle Produktion soll 
2012 aufgenommen werden. Meoxal ist ein Effektpigment auf der Basis von mit Metalloxid 
beschichteten Aluminiumflocken. Es besitzt eine besondere Farbsttigung und hohe Deckkraft 
sowie ausgezeichnete Korrosionsbestndigkeit. Insbesondere aus der Auto-und Kosmetikindustrie 
wird eine hohe Nachfrage nach Meoxal erwartet. 
Mit der abgeschlossenen Integration des fhrenden Anbieters von Effektpigmenten in China, 
der Suzhou Taizhu Technology Development, konnten wir zudem unsere Position auf dem 
schnell wachsenden chinesischen Markt weiter ausbauen. Durch die bernahme im Jahr 2009 
haben wir uns die Mglichkeit erschlossen, mit einer erweiterten Produktpalette verstrkt in 
das mittlere Preissegment vorzustoen. 

Neue kosmetische Anwendungen 

Im Jahr 2010 hat Merck sein Portfolio sowohl bei funktionellen Fllstoffen fr die Kosmetik als 
auch im Kerngeschft Perlglanzpigmente signifikant erweitert. So hat Merck mit RonaCare  
Cyclopeptid-5 das weltweit erste zyklische Peptid fr die Kosmetikindustrie vorgestellt. Dank 
seines ringfrmigen Designs weist der Wirkstoff eine hohe Stabilitt auf und bewirkt eine 
gezielte, biologische Wirkung in der Haut. Das Peptid ist in der Lage, verlangsamte Reparatur-
Prozesse der reiferen Haut wieder in Gang zu setzen und ihre natrliche Regeneration zu stimulieren. 
Linien und Falten werden bereits nach kurzer Anwendung reduziert. Geschmeidigkeit, 
Elastizitt und Festigkeit nehmen deutlich zu. Dank seiner ringfrmigen, molekularen Struktur 
garantiert das Peptid hohe Stabilitt sowie eine optimale Aufnahme und gezielte, biologische 
Wirkung in der Haut. 

Kratzfeste Autolacke dank Nanotechnologie 

Fr zustzliche Belebung sorgte das innovative Additiv Tivida, das auf Nanotechnologie-Basis 
die Kratzfestigkeit von Autolacken erhht. Das Additiv kann perfekt in die Struktur des Bindemittels 
eingebaut werden und so dessen Gerst verndern: Das lsemittelbasierte Lacksystem 
wird durch die Nanopartikel hrter und gleichzeitig durch die Vernetzung der polymeren 
Hlle mit dem Bindemittel elastischer. Der gewnschte Kratz-Schutz wird nicht nur bei neuen 
Lackschichten erzielt, sondern bleibt auch im Laufe der Benutzung erhalten. So knnen mit dem 
ersten Produkt der Markenfamilie, Tivida AS 1010, hochglnzende Oberflchen viel lnger 
als bisher gegen leichte Alltagsverkratzungen geschtzt werden  beispielsweise die meisten 
Klarlacke in der Automobilindustrie. 
Fr die Lasermarkierung von Kunststoffen bietet Merck mit Micabs C 431 und Micabs C 411 
zwei neue Additive in Granulatform an. Sie sind schwermetallfrei und damit fr die Laserbeschriftung 
von Lebensmittelverpackungen wie auch fr die Herstellung von Spielzeugen zugelassen. 


